Howard Carpendale kritisiert Streamingdienste: „Die Musik, die wir kennen, stirbt aus“
Carpendale: Streamingdienste machen Musik kaputt

Schlagerlegende Howard Carpendale übt scharfe Kritik an Streamingdiensten

Der legendäre Schlagersänger und Entertainer Howard Carpendale hat in einem aktuellen Interview deutliche Worte gefunden. Der 80-jährige Künstler, der auf über sechs Jahrzehnte Bühnenerfahrung zurückblicken kann, warnt vor einem tiefgreifenden und bedrohlichen Wandel in der Musikindustrie.

„Die Streamingdienste machen alles kaputt“

„Ich sage den Satz ungern, aber die Leute haben noch nicht verstanden, dass die Musik allmählich ausstirbt. Jedenfalls die Musik, die wir kennen, die wir machen“, erklärte Carpendale gegenüber der Wochenzeitung „Die Zeit“. Der erfahrene Musiker betonte, dass Streamingplattformen die Branche grundlegend verändert hätten. Hits, die ein ganzes Land bewegen und vereinen, seien heute kaum noch vorstellbar.

„Die Streamingdienste machen alles kaputt“, stellte Carpendale unmissverständlich klar. Auch wenn viele seiner Kollegen behaupteten, dass die Geschäfte besser laufen denn je, halte er als ehrlicher Mensch entschieden dagegen: „Das stimmt vorn und hinten nicht.“ Der Künstler verwies auf konkrete Zahlen: Früher habe man Goldene Schallplatten für 250.000 verkaufte Alben erhalten, heute gebe es diese Auszeichnung bereits für 75.000 Einheiten. Aber selbst diese deutlich reduzierte Marke schaffe fast niemand mehr.

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„Komponisten, Sänger, Arrangeure – wir sind raus, weg“, fasste Carpendale die Situation zusammen. Die traditionellen Akteure der Musikbranche würden durch die neuen digitalen Strukturen systematisch verdrängt.

Gesellschaftskritik: Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich

Neben seiner Kritik an der Musikindustrie äußerte sich Howard Carpendale auch besorgt über die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die zunehmende Schere zwischen Arm und Reich mache ihn „wahnsinnig“. Der Künstler kritisierte zudem das vielerorts marode Bildungssystem.

„Das Land hat seit 40 Jahren geschlafen“, urteilte Carpendale. Trotz dieser ernüchternden Einschätzung betonte er, dass er sich weiterhin berufen fühle, etwas Gutes zu tun und positive Impulse zu setzen.

Abschiedstournee mit ungebrochener Bühnenerfahrung

Der gebürtige Südafrikaner, der seit über 60 Jahren auf internationalen Bühnen steht, plant für dieses Jahr seine Abschiedstournee durch Deutschland. Vor einer solchen großen Tournee sei er jedoch nicht aufgeregt, erklärte der erfahrene Entertainer.

„Ich habe die Gabe, ein Publikum runterzubringen, sodass 10.000 Menschen ganz still sind. Eine Minute später mache ich sie so laut, dass sie noch in der nächsten Stadt zu hören sind“, beschrieb Carpendale seine einzigartige Bühnenerfahrung. Diese Fähigkeit, Massen zu führen und emotionale Höhen und Tiefen zu gestalten, habe er in sechs Jahrzehnten perfektioniert.

Auf der Bühne wisse er genau, was er zu tun habe, so der Künstler. Diese Sicherheit und Professionalität wolle er auch während seiner Abschiedstournee unter Beweis stellen, bevor er sich nach einer beispiellosen Karriere von der großen Bühne verabschiedet.

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