Viktoria Leléka (35) vertritt die Ukraine beim diesjährigen Eurovision Song Contest. Am 14. Mai tritt sie im zweiten Halbfinale in Wien an. Wegen der intensiven Vorbereitungen der letzten Monate musste ihr treuster Begleiter allerdings daheimbleiben: Hund Sonko. Der zehnjährige Mischling wohnt aktuell bei Fans, während die gebürtige Ukrainerin zwischen Kiew und Wien pendelt.
Fünf Monate Trennung von ihrem Hund
„Ich habe meinen Hund fünf Monate nicht gesehen“, erzählt Leléka im Gespräch mit BILD. Zwischen Castings, Interviews und Proben blieb keine Zeit für den Vierbeiner. In einer Instagram-Story schilderte sie ihr Dilemma – und erhielt sofort Unterstützung von zwei Berlinerinnen, die sich im Wechsel um Sonko kümmern. Viktoria hatte den Hund vor anderthalb Jahren aus einem Tierheim in Charkiw adoptiert.
Eine Künstlerin mit Wurzeln in drei Kulturen
Ursprünglich stammt Leléka aus dem Donbass, einer Region in der Ostukraine, in der vorrangig Russisch gesprochen wird. Sie hat russische, deutsche und ukrainische Wurzeln. „Meine eine Oma war deutsch, die andere ukrainisch“, erklärt sie. Trotz dieses historischen Bezugs gingen beide Sprachen in ihrer Familie verloren. Deshalb verlegte die Sängerin ihren Lebensmittelpunkt nach Deutschland: Sie studierte Jazzgesang und Komposition in Dresden, danach Filmmusik an der Filmuniversität Babelsberg. Inzwischen lebt sie in Berlin. Ihre Muttersprache spricht sie aus Protest seit 2014 nicht mehr – stattdessen verwendet sie Deutsch und Ukrainisch. Sie möchte die ukrainische Kultur bewahren und Volkslieder neu interpretieren. Seit 2016 tritt sie mit ihrer gleichnamigen Band LELÉKA auf. Bisher spielte sie eher in kleineren Hallen, nun steht sie in Wien auf der großen Bühne.
„Ridnym“: Ein Lied der Hoffnung
Der diesjährige ESC steht unter dem Motto „United by Music“ und soll zeigen, dass Musik Menschen verbindet – über Grenzen, Kriege und Konflikte hinweg. Leléka erlebt diese Zeit im ständigen inneren Konflikt. Erst am Mittwoch, während ihrer ersten Probe in der Stadthalle in Wien, hatte Russland erneut ukrainische Städte bombardiert. Mit ihrem Song „Ridnym“ will sie ihrem Land Zuversicht schenken. „Ich komme aus der Ukraine, wo die Realität nicht so hell und hoffnungsvoll ist.“ Für ihr Outfit setzt sie auf Schwarz und Weiß, denn „Leléka“ bedeutet auf Deutsch „Storch“. Und um zu zeigen: Wo Dunkelheit ist, gibt es auch Licht.



