Rumäniens Eurovision-Beitrag »Choke Me« sorgt für massive Kontroversen
Der rumänische Beitrag für den Eurovision Song Contest 2026, der Song »Choke Me« von Sängerin Alexandra Căpitănescu, steht im Zentrum einer hitzigen Debatte. Aktivisten und Expertinnen kritisieren den Titel scharf als Verherrlichung gefährlicher sexueller Würgepraktiken und fordern ein Verbot oder zumindest eine Disqualifikation des Songs.
Gefährliche Botschaften und alarmierende Texte
In dem dreiminütigen Song wiederholt sich der Refrain »Choke me« etwa dreißig Mal, begleitet von Textzeilen, die Atemnot und platzende Lungen beschreiben. Die britische Juristin Clare McGlynn von der Durham University warnt vor einer alarmierenden Missachtung der Gesundheit junger Frauen. Sie betont, dass der Songtexte mit dem Leben junger Frauen spiele und eine bedenkliche Normalisierung riskanter Sexualpraktiken fördere.
Studien zeigen deutlich, dass sexuelle Strangulation zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen kann:
- Mögliche Hirnschäden durch Sauerstoffmangel
- Erhöhtes Risiko für tödliche Zwischenfälle
- Messbare Veränderungen von Hirnstruktur und -funktion
- Langfristige psychische Beschwerden
Wachsender Protest in den sozialen Medien
In den sozialen Netzwerken formiert sich zunehmender Widerstand gegen den Song. Viele Fans und Aktivisten fordern die Europäische Rundfunkunion (EBU) auf, »Choke Me« zu disqualifizieren oder zumindest eine Überarbeitung der Texte zu verlangen. Bisher bleibt das Musikvideo jedoch auf der offiziellen EBU-Website abrufbar.
Die Sängerin Alexandra Căpitănescu verteidigt ihren Beitrag als künstlerische Metapher für emotionale Überwältigung und Selbstzweifel. Kritikerinnen sehen darin jedoch eine bewusste Provokation, die gefährliche Praktiken verharmlose.
Besorgniserregende Verbreitung in der Popkultur
Laut aktuellen Untersuchungen hat mehr als die Hälfte der unter 35-Jährigen bereits Erfahrungen mit sexuellem Würgen gemacht – oft in dem irrigen Glauben, es handele sich um eine harmlose Praxis. Expertinnen beobachten mit Sorge, wie sich diese gefährlichen Praktiken durch Memes, Witze und popkulturelle Referenzen zunehmend normalisieren und von der Popkultur in die Schlafzimmer gelangen.
Weitere Kontroversen beim Eurovision Song Contest
Der Skandal um den rumänischen Beitrag trifft den Wettbewerb in einer ohnehin angespannten Phase. Zahlreiche europäische Sender erwägen einen Boykott des Events, weil Israel ebenfalls teilnimmt. Zudem wurden Vorwürfe laut, Israel habe versucht, die Abstimmung durch gezielte Werbemaßnahmen zu beeinflussen.
Hinzu kommt ein weiterer Skandal beim ausrichtenden Österreichischen Rundfunk (ORF): Dessen Intendant Roland Weißmann trat Anfang März zurück, nachdem eine Mitarbeiterin ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen hatte. Diese Kumulation von Kontroversen wirft Fragen über die Zukunft und den ethischen Kompass des traditionsreichen Musikwettbewerbs auf.
Die Europäische Rundfunkunion steht nun unter Druck, klare Kriterien für die Zulassung von Beiträgen zu definieren und zu kommunizieren. In der Vergangenheit hatte der Verband bereits Songs wegen obszöner Sprache oder anstößiger Doppeldeutigkeiten beanstandet – die aktuelle Debatte zeigt, dass diese Standards möglicherweise dringend überarbeitet werden müssen.



