Der Eurovision Song Contest (ESC) begeistert jedes Jahr Millionen von Zuschauern weltweit. Fans fiebern mit ihrem Lieblingsland mit und drücken bei der Punktevergabe kräftig die Daumen. Dabei war der Wettbewerb ursprünglich als reines Schlagerformat gedacht. Bei der ersten Show im Jahr 1956 nahmen nur sieben Länder teil. Heute ist der ESC die größte Musikshow der Welt und lockt ein Millionenpublikum vor die Bildschirme. Entdecken Sie hier spannende Fakten über die Geschichte und Entwicklung dieses einzigartigen Events.
Wie entstand der Eurovision Song Contest?
Die Idee für einen europäischen Schlagerwettstreit entstand auf der Konferenz der Programmkommission im Januar 1955 in Monaco. Der damalige Schweizer Rundfunk-Chef Marcel Bezençon schlug das Konzept vor. Bereits ein Jahr später, 1956, wurde der erste Wettbewerb im schweizerischen Lugano ausgerichtet. Die erste Siegerin war die Schweizerin Lys Assia mit dem Titel „Refrain“ von Géo Voumard und Émile Gardaz. Ursprünglich stellte jedes teilnehmende Land zwei Lieder vor. Erst 1957, als die Teilnehmerzahl stieg, wurde daraus ein Song pro Land. Seit 2002 wird während des ESC der Marcel-Bezençon-Preis verliehen, der in den Kategorien bestes Lied, beste künstlerische Darstellung und beste Komposition vergeben wird.
Seit wann heißt es Eurovision Song Contest?
Der europäische Gesangswettbewerb hat im Laufe seiner Geschichte mehrmals den Namen gewechselt. Ursprünglich hieß er „Gran Premio Eurovisione Della Canzone Europea“. In Deutschland war bis 2001 die Bezeichnung „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ gebräuchlich, während in Österreich der Begriff „Songcontest“ verwendet wurde. Die offizielle französische Bezeichnung lautete zunächst „Grand Prix Eurovision de la Chanson européenne“ und später „Concours Eurovision de la chanson“. Erst seit 2004 gilt europaweit einheitlich der Name „Eurovision Song Contest“ (ESC).
Wissenswertes zum Eurovision Song Contest
Bislang fiel der ESC nur einmal aus: Aufgrund der COVID-19-Pandemie musste die für 2020 in den Niederlanden geplante Veranstaltung abgesagt werden. Die Teilnehmerzahl stieg von ursprünglich sieben auf bis zu 52 Länder. Seit 2004 gibt es ein Halbfinale, da zuvor einzelne Länder nach einem umständlichen System immer wieder aussetzen mussten. Den Teilnehmerrekord von 43 Ländern erreichte man 2008 in Belgrad. Seitdem gibt es sogar zwei Halbfinale. Seit 2023 steht der ESC unter dem Slogan „United by Music“. Von 1966 bis 1972 und von 1977 bis 1998 waren alle Teilnehmer verpflichtet, in ihrer Landessprache zu singen. Ab 1999 durften sie die Sprache wieder frei wählen. 1996 scheiterte der deutsche Beitrag „Planet of The Blue“ an einer internen Qualifikationsrunde, sodass Deutschland nicht im Finale vertreten war. Daraufhin wurde 1999 die Big-4-Regelung eingeführt: Deutschland, Frankreich, Spanien und das Vereinigte Königreich sind seitdem automatisch für das Finale qualifiziert. Seit dem ESC in Düsseldorf 2011 gilt diese Regel auch für Italien, und man spricht von den Big Five.
Wie werden die ESC-Teilnehmer ermittelt?
Jedes Land bestimmt seinen Teilnehmer selbst. Manche Länder haben dafür eigene Festivals, wie das „Melodifestival“ in Schweden oder das „Festival da Canção“ in Portugal. Andere Sender nominieren ihre Kandidaten direkt. In Deutschland werden die ESC-Kandidaten in einem mehrstufigen Verfahren aus interner Auswahl und nationalem Vorentscheid ermittelt.
Warum ist Australien beim ESC dabei?
Obwohl Australien nicht zu Europa gehört, ist das Interesse der Zuschauer am ESC dort enorm. Bereits seit 1983 wurde der Wettbewerb im australischen Fernsehen übertragen, ohne dass Australien selbst teilnahm. Erst 2014 durfte Australien erstmals die ESC-Bühne betreten: In der Pause des zweiten Halbfinales hatte die australische Sängerin Jessica Mauboy einen Intervall-Auftritt – außer Konkurrenz. 2015 erhielt das Land dann eine offizielle Einladung, wurde direkt für das Finale qualifiziert und durfte in beiden Halbfinalrunden abstimmen. Seitdem ist Australien regelmäßig dabei und hat es oft ins Finale geschafft. Ein Wermutstropfen: Sollte Australien jemals den Titel gewinnen, müsste der Folge-Wettbewerb nicht wie üblich im Gastgeberland, sondern in Europa stattfinden.



