Rostocker Musik-Produzent baut Tonstudio aus: Zusammenarbeit mit Gabriel Kelly und Vision für Creative Space
Rostocker Musik-Produzent baut Studio aus: Vision für Creative Space

Rostocker Musik-Produzent baut Tonstudio aus: Zusammenarbeit mit Gabriel Kelly und Vision für Creative Space

Der Musik-Produzent Dorian-Elias Fellmann hat seinen Weg gefunden: In Rostock baut er sein eigenes Tonstudio aus, arbeitet bereits mit prominenten Künstlern wie Gabriel Kelly zusammen und verfolgt eine große Vision für die lokale Musik-Szene. Der junge Vater verzichtete bewusst auf einen Umzug nach Berlin, um in seiner Heimatstadt die musikalische Zukunft mitzugestalten.

Vom Kinderzimmer an die Regler: Ein autodidaktischer Aufstieg

Dorian-Elias Fellmann stammt aus einer Musikerfamilie und wurde quasi mit der Musik im Blut geboren. Mit sechs Jahren lernte er Schlagzeug, mit zehn spielte er bereits in einer Glam-Metal-Band. Über die Rostocker Rock & Pop Schule und verschiedene Bandprojekte fand er schließlich seinen Weg zur Musikproduktion. „Der Weg zur Musik wurde mir in die Wiege gelegt“, erklärt der Produzent.

Sein Wissen eignete er sich größtenteils autodidaktisch an – durch „YouTube University“, Expertenhilfe und unzählige Experimente. Über zehn Jahre hinweg investierte er einen hohen fünfstelligen Betrag in sein Equipment, immer Stück für Stück, wenn finanziell möglich. „Immer, wenn ich ein bisschen Geld übrig hatte“, erinnert er sich.

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Die „Kommandozentrale“ im Keller: Analoge Hardware für authentischen Sound

Sein voll ausgestattetes Tonstudio befindet sich im Keller eines unscheinbaren Hochhauses in einem Rostocker Gewerbegebiet. Fellmann bezeichnet es liebevoll als seine „Kommandozentrale“. Hier steht alles, was er für seine Arbeit benötigt. Trotz der digitalen Verfügbarkeit vieler Sounds spielt er nach wie vor zahlreiche Elemente selbst ein. „Analoge Hardware gibt dem Sound eine Tiefe, die man nicht simulieren kann“, betont der Produzent.

Bald plant er, einen zweiten Raum direkt daneben anzumieten, um Aufnahme und Produktion räumlich zu trennen – „so wie es sich auch gehört“. Diese Erweiterung ist Teil seiner Strategie, professionelle Standards in Rostock zu etablieren.

Zusammenarbeit mit Gabriel Kelly und Tour-Pläne

Ein besonderer Erfolg in Fellmanns Karriere ist die Zusammenarbeit mit Gabriel Kelly, dem Spross der berühmten Kelly-Family. 2019 suchte Kelly einen Produzenten im Norden und landete per Empfehlung über Instagram bei Fellmann. „Seitdem machen wir fast alle seine musikalischen Projekte zusammen“, berichtet der Rostocker. Im Herbst gehen beide sogar gemeinsam auf Tour, wo Fellmann wieder Schlagzeug spielen wird.

Drahtseilakt zwischen Familie, Finanzen und Musik-Karriere

Privat herrscht bei dem jungen Produzenten aktuell ein besonders schöner Ausnahmezustand: Sein zweiter Sohn kam Ende Dezember zur Welt, der ältere Bruder ist gerade 18 Monate alt. „Die Nächte sind kurz“, gesteht der Vater. Seine Frau Jördis, selbst Sängerin und Veranstaltungstechnikerin, unterstützt ihn tatkräftig.

Die finanzielle Planung bleibt jedoch ein Drahtseilakt. Lange arbeitete Fellmann nebenbei im Einzelhandel, bis er kürzlich ungeplant gekündigt wurde. „Für mich letztendlich die Gelegenheit, die Vollzeit-Selbstständigkeit endlich wirklich anzugehen“, sieht er darin eine Chance. Die Auftragslage ist aktuell gut, doch in Rostock fällt es schwer, angemessene Preise durchzusetzen. „Ich nehme 35 Euro pro Stunde, was in Berlin ein Witz wäre. Aber hier muss ich mich oft schon dafür rechtfertigen“.

Warum Rostock? Eine Herzensentscheidung

Die Frage, warum er nicht in den Dunstkreis großer Labels nach Berlin abwandert, beantwortet Fellmann klar: „Ich könnte nach Berlin gehen und dort als Produzent Fuß fassen, aber ich liebe Rostock. Ich bin hier zu Hause. Und ich will, dass Rostock irgendwann bekannt wird für seine Musik-Szene“. Ihm liegt besonders die Förderung lokaler Künstler am Herzen. „Wenn jemand kommt und sagt, er hat wenig Budget, dann finden wir trotzdem einen Weg“.

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Rostocks Problem und die Vision eines Creative Space

Fellmann identifiziert ein strukturelles Problem in Rostock: „Wir haben unglaublich viele tolle Bands und Künstler – aber die bleiben nicht. Sobald jemand bekannt zu werden verspricht, zieht er nach Berlin oder Mannheim“. Es fehle an der entsprechenden Infrastruktur, um talentierte Musiker in der Stadt zu halten.

Doch er sieht auch positive Entwicklungen, wie die Initiative des Rostocker Musikers VAUH, der das „Mucke-Netzwerk Rostock“ mit Stammtisch ins Leben gerufen hat. „Wir sind jetzt rund 70 Mitglieder. Das hilft enorm, um sich zu vernetzen“.

Fellmanns große Vision ist ein Creative Space: „Ich träume von einem großen Gebäude, einem Creative Space. Ein Ort, an dem Musiker, egal ob jung oder erfahren, einfach arbeiten können, ohne viel zahlen zu müssen. Wo alles bereitsteht – Instrumente, Mikrofone, Studioequipment“. Er weiß, dass die Realisierung Zeit braucht, ist aber entschlossen: „Wenn keiner den Anfang macht, dann mach’ ich ihn eben!“

Mit seiner Arbeit, der Zusammenarbeit mit Gabriel Kelly und seinen Plänen für die Zukunft setzt Dorian-Elias Fellmann ein klares Zeichen: Rostock kann mehr sein als nur eine Durchgangsstation für Musiktalente – es kann zu einem echten Zentrum der Musikproduktion werden.