Staatsoper Unter den Linden kündigt sechs Premieren für die kommende Saison an
Die Berliner Staatsoper Unter den Linden hat ihr ambitioniertes Programm für die Spielzeit 2026/2027 vorgestellt. Trotz der aktuellen finanziellen Herausforderungen im Kulturbereich ist es der Intendanz gelungen, ein umfangreiches und künstlerisch anspruchsvolles Repertoire mit insgesamt sechs Premieren zu planen. Intendantin Elisabeth Sobotka betonte bei der Präsentation die einzigartige emotionale Kraft der Oper: „Aus meiner Sicht gibt es keine zweite Kunstform, die einen so bewegen und so mitreißen kann.“
Die Höhepunkte des neuen Spielplans
Zu den herausragenden Produktionen der kommenden Saison zählen:
- Engelbert Humperdincks „Königskinder“ aus dem Jahr 1910, die unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Christian Thielemann aufgeführt werden.
- Giacomo Puccinis „Manon Lescaut“ von 1893, ein weiteres Highlight des italienischen Verismo.
- „La Vestale“ von Gaspare Spontini aus dem Jahr 1807, die als erste Premiere der Saison Ende September 2026 geplant ist.
Darüber hinaus kehren die Barocktage mit Francesco Cavallis „La Calisto“ aus dem Jahr 1651 im November 2026 zurück. Ein besonderer musikalischer Höhepunkt wird die Aufführung von Ludwig van Beethovens 9. Symphonie anlässlich seines 200. Todestages während der Festtage 2027 sein. Die Staatsoper plant zudem ein internationales Gastspiel in Shanghai mit einer anschließenden Tournee durch Japan und Taiwan.
Reaktion auf die Opern-Kritik von Timothée Chalamet
Die Äußerungen des Hollywoodstars Timothée Chalamet, der kürzlich erklärte, er wolle nicht in Bereichen wie Oper oder Ballett arbeiten, weil diese Kunstformen seiner Meinung nach kaum noch öffentliches Interesse fänden, haben in der Opernwelt für Diskussionen gesorgt. Intendantin Elisabeth Sobotka zeigte sich unbeeindruckt von dieser Kritik: „Was Chalamet zu der Aussage bewogen habe, wisse ich nicht. Aber ich bin begeistert von der Resonanz, die seine Worte ausgelöst haben.“ Sie freue sich über die engagierten Reaktionen aus der Opern- und Ballettgemeinschaft.
Generalmusikdirektor Christian Thielemann reagierte mit einer charmanten Einladung: „Chalamet könnte doch mal zum 'Tristan' kommen.“ Die kommende Saison wird bereits seine dritte als Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden sein, nachdem er zuvor als Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden gewirkt hat.
Christian Thielemanns persönliches Herzensprojekt
Ein besonderes Anliegen ist Thielemann die selten gespielte Oper „Königskinder“ von Engelbert Humperdinck. „Dass manche dieses Stück für noch besser halten als 'Hänsel und Gretel', hat mich neugierig gemacht“, erklärte der Dirigent. Ob diese Einschätzung zutreffe, müsse jedes Publikum selbst entscheiden, aber das Werk sei auf jeden Fall andersartig und berühre „unglaublich zu Herzen“. Die Premiere dieser Produktion ist für Mai 2027 vorgesehen.
Insgesamt unterstreicht das Programm der Staatsoper Unter den Linden für die Saison 2026/2027 die Lebendigkeit und Relevanz der Oper als Kunstform. Trotz äußerer Widrigkeiten gelingt es dem Haus, ein vielfältiges und international ausgerichtetes Repertoire zu präsentieren, das sowohl traditionelle Werke als auch selten gespielte Schätze umfasst.



