Opernfestspiele Saarpolygon: West Side Story rockt die Bergehalde mit Rekordvorverkauf
Im Saarland erleben die Opernfestspiele am Saarpolygon einen fulminanten Start in ihre dritte Saison. Nach dem großen Erfolg der Zauberflöte in den Vorjahren setzen die Veranstalter in diesem Sommer auf einen weiteren Blockbuster: das US-amerikanische Musical West Side Story. Festspielleiter Joachim Arnold verkündet stolz: „Der Vorverkauf knallt“. Bereits mehr als 12.000 Tickets sind für die Aufführungen auf der ehemaligen Bergehalde in Ensdorf im Kreis Saarlouis verkauft.
Von Mozart zu Bernstein: Ein musikalisches Spektakel
Die Opernfestspiele haben sich innerhalb von nur drei Jahren etabliert und über die Grenzen des Saarlandes hinaus einen Namen gemacht. In den ersten beiden Jahren lockte die Inszenierung der Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart insgesamt 25.000 Besucher an. Nun folgt mit der West Side Story ein jazzig-rockiges Werk, das neue Maßstäbe setzen soll. Arnold erklärt: „Nach der Zauberflöte brauchen wir einen zweiten Blockbuster.“ Geplant sind bis zu 14 Aufführungen vom 13. bis zum 30. August 2026, mit dem ambitionierten Ziel, bis zu 19.000 Zuschauer zu erreichen.
Das Saarpolygon als Bühnenbild: Stahl-Skulptur wird Manhattan
Das Herzstück der Festspiele ist das Saarpolygon, eine rund 30 Meter hohe Großskulptur aus Stahl, die als zentrales Denkmal zum Ende des Bergbaus im Saarland errichtet wurde. In die Inszenierung der West Side Story wird dieses Kunstwerk kreativ einbezogen. Arnold beschreibt: „Das Saarpolygon ist die Skyline von Manhattan, das bessere New York.“ Für Brooklyn, das andere New York mit seinen Jugend- und Straßengangs, werden Gerüste und Container aufgebaut, wobei mit Elementen wie Rost, Stahl und Graffiti gearbeitet wird.
Die Aufführung folgt der Original-Broadway-Fassung mit fast 30 Musikern, die live spielen. Zusammen mit den Darstellern umfasst das Ensemble rund 70 Menschen. Zudem sorgen Lichtprojektionen und Videos rund um die 30 Meter breite Bühne für ein immersives Erlebnis. Das Budget für die Produktion liegt derzeit bei 1,6 Millionen Euro, wovon 250.000 Euro vom Land Saarland beigesteuert werden.
Zukunft der Festspiele: Neue Organisationsform ab 2027
Joachim Arnold, der als ausgebildeter Pianist und Dirigent bereits seit 2018 an der Idee der Opernfestspiele arbeitet, plant eine Weiterentwicklung der Veranstaltung. Ab 2027 sollen die Festspiele in eine neue Organisations- und Trägerform überführt werden, die eine öffentliche Beteiligung ermöglicht. Arnold betont: „Für einen alleine ist das eine Nummer zu groß.“ Mit seiner langjährigen Erfahrung – er gründete 1999 die Musik und Theater Saar GmbH und arbeitete an zahlreichen Opern- und Theaterhäusern bundesweit und im Ausland – bringt er das nötige Know-how für dieses Vorhaben mit.
Der Vorverkauf zeigt bereits, dass viele neue Ticketbucher hinzugekommen sind, was auf eine wachsende Popularität der Festspiele hindeutet. Mit der West Side Story setzen die Opernfestspiele am Saarpolygon nicht nur musikalisch neue Akzente, sondern festigen auch ihre Position als kulturelles Highlight in der Region.



