Wrestling-Oper in Berlin: Rossinis Klassiker wird zum Lucha-Libre-Spektakel
Wrestling-Oper: Rossini trifft Lucha Libre in Berlin

Wrestling-Oper in Berlin: Rossinis Klassiker wird zum Lucha-Libre-Spektakel

In Berlin flogen am Sonntagabend nicht nur die hohen Töne, sondern auch die Fäuste. An der Deutschen Oper feierte eine außergewöhnliche Inszenierung von Gioachino Rossinis Werk "L'Italiana in Algeri" Premiere. Der mexikanische Weltstar Rolando Villazón, 54 Jahre alt, führte Regie und verwandelte den 1813 uraufgeführten Klassiker in eine spektakuläre Wrestling-Oper.

Von Algerien nach Mexiko: Die Handlung im Wrestling-Ring

Statt im historischen Algerien spielt die Handlung nun in der schillernden Welt des mexikanischen "Lucha Libre". Villazón, der in Mexiko mit Wrestling groß geworden ist, erklärte seine ungewöhnliche Interpretation: "Lucha Libre ist eine Mischung aus Kampftheater und Show, eine Kunst, die sich in keinem Moment ernst nimmt. Die Kostüme, das Glitzernde, diese Übertreibung: Lucha Libre ist wie Rossini!"

Die Handlung bleibt im Kern erhalten, erhält aber eine völlig neue Kulisse. Der böse Bey, Besitzer eines Wrestlingstudios, hält sich einen Sklaven. Dessen Geliebte Isabella will ihn befreien. Was folgt, ist nicht nur ein pikantes Liebesspiel, sondern ein fulminantes Ringspektakel mit echten Wrestlern, aufwendigen Masken und einem dramatischen Showdown zwischen den Seilen.

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Echte Wrestling-Stars auf der Opernbühne

Im ersten Akt kommt es zu einem authentischen Kampf im Ring, begleitet von deutlichen "Auf die Fresse"-Rufen der Darsteller. Die Kontrahenten sind Pascal Spalter (35) und Rambo (40), zwei bekannte Helden der deutschen Wrestlingszene, die normalerweise bei der "German Wrestling Federation" auftreten.

Spalter zeigte sich nach der Premiere begeistert: "Mein Operndebüt war ein großer Spaß. Ich war aufgeregter als sonst. Es ging auch erst weg mit dem Applaus nach dem ersten Akt." Die besondere Herausforderung bestand darin, Operngesang mit Bodyslams zu verbinden. Die Musik gab den Takt vor, der Ring bebte im Rhythmus von Rossinis Kompositionen.

"Wir sollten einen echten Wrestling-Kampf so realistisch wie möglich darstellen", erklärte Spalter. "Jedoch mussten wir die komplette Inszenierung auf die Musik anpassen und dennoch die Dramaturgie des Kampfes beibehalten. Ich finde, das ist uns sehr gut gelungen."

Noch fünf weitere Aufführungen

Wer sich von dieser ungewöhnlichen Fusion aus Hochkultur und Wrestlingspektakel selbst überzeugen möchte, hat noch Gelegenheit dazu. Die Produktion wird noch fünf weitere Male in der Deutschen Oper Berlin aufgeführt. Schon diesen Mittwoch heißt es erneut: Ring frei für eine Oper, die traditionelle Grenzen sprengt und zwei scheinbar gegensätzliche Welten auf innovative Weise vereint.

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