Ein anhaltender Salmonellen-Ausbruch in 14 Ländern wird von EU-Gesundheitsbehörden auf aromatisierte Instant-Nudeln zurückgeführt. Zwischen November 2025 und Juni 2026 wurden 106 bestätigte Fälle in 13 EU-Staaten und Großbritannien gemeldet, wie das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) am Mittwoch mitteilte. Mindestens 49 Personen mussten stationär behandelt werden, besonders betroffen sind Kinder und junge Erwachsene.
ECDC und EFSA warnen vor Nudelprodukten
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte am Dienstag in einer eigenen Mitteilung 104 bestätigte Fälle angegeben. „Aromatisierte Nudelprodukte sind die wahrscheinlichste Quelle eines derzeit andauernden, mehrere Länder betreffenden Infektionsausbruchs, wobei Hinweise darauf hindeuten, dass die Fälle mit Produkten derselben Marke in Verbindung stehen“, so die Behörden. Der Anbieter wurde nicht namentlich genannt, jedoch gaben die Behörden an, dass die Fälle im Zusammenhang mit dem Salmonellenstamm „Stanley“ auf einen Hersteller in der Ukraine zurückzuführen seien.
Reeva Foods leitet Untersuchung ein
In der vergangenen Woche hatte die Marke Reeva Foods in einer Erklärung auf einen „angeblichen Nachweis“ von Salmonella Stanley in einer bestimmten Charge seiner Instant-Nudeln verwiesen. Diese seien auf dem baltischen Markt vertrieben und von Euro Food Service, einem ukrainischen Hersteller von Reeva-Produkten, produziert worden. Das Unternehmen teilte mit, es habe eine interne Untersuchung eingeleitet und die Chargen aus dem Verkehr gezogen. Als Folge seien unabhängige Labortests, behördliche Prüfungen, Umgebungsüberwachung und zusätzliche Präventivmaßnahmen ergriffen worden. „Die Sicherheit unserer Verbraucher hat für uns oberste Priorität“, erklärte Reeva und betonte die Zusammenarbeit mit den Behörden.
Betroffene Länder und Produkte
Den europäischen Behörden zufolge wurden Fälle in Österreich, Großbritannien, Tschechien, Dänemark, Estland, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Lettland, Litauen, den Niederlanden, Norwegen, Polen und Schweden gemeldet. Mikrobiologische Befunde belegten einen Ausbruchsstamm, der in Deutschland und Litauen in Nudelprodukten mit Hühnergeschmack und scharfem Hühnergeschmack nachgewiesen wurde. Weitere Untersuchungen seien erforderlich.
Symptome und Risikogruppen
Zu den Symptomen einer Salmonellenvergiftung zählen Durchfall, Fieber, starkes Erbrechen, Dehydrierung und Magenkrämpfe. Die meisten Erkrankten genesen innerhalb einer Woche. Bei Kleinkindern, älteren Erwachsenen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem können die Infektionen schwer verlaufen.



