Arthrose bei Hunden: 6 Warnzeichen, die viele Halter übersehen
Arthrose bei Hunden: 6 Warnzeichen übersehen

Viele Hundehalter glauben, ihr älterer Hund werde einfach bequemer. Doch oft steckt etwas ganz anderes dahinter: Schmerzen, verursacht durch Arthrose, die das Tier still erträgt. Laut einer Studie der University of Liverpool leiden bis zu 20 Prozent aller Hunde über einem Jahr an Arthrose – bei älteren Tieren steigt die Rate auf über 60 Prozent. Die Erkrankung betrifft auch junge Tiere, etwa nach Verletzungen oder bei Fehlstellungen.

Warum Arthrose so oft unerkannt bleibt

Hunde zeigen Schmerzen anders als Menschen. Sie vermeiden es, zu winseln oder zu humpeln, weil dies in der Natur als Schwächezeichen gilt. Stattdessen passen sie ihr Verhalten an – was Halter oft als „normal im Alter“ abtun. Dr. Astrid Hein, Tierärztin und Spezialistin für Orthopädie, erklärt: „Viele Besitzer kommen in die Praxis und sagen: ‚Mein Hund wird eben älter.‘ Dabei zeigen die Tiere klare Anzeichen von Gelenkschmerzen, die man früh behandeln kann.“

Die 6 Warnzeichen im Überblick

1. Steifer Gang nach dem Aufstehen: Hält die Steifheit länger als fünf Minuten an, kann dies auf Arthrose hindeuten. Besonders nach Ruhephasen fällt das Aufstehen schwer.

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2. Weniger Lust auf Spaziergänge: Bleibt der Hund plötzlich zurück oder will früher nach Hause, sind oft schmerzende Gelenke die Ursache. Auch Zögern beim Treppensteigen oder Springen ist ein Alarmzeichen.

3. Verändertes Spielverhalten: Hunde, die früher leidenschaftlich apportiert haben, zeigen plötzlich kein Interesse mehr. Das liegt nicht an Faulheit, sondern an Schmerzen beim Laufen oder Springen.

4. Lecken oder Beißen an Gelenken: Übermäßiges Belecken der Pfoten, Knie oder Hüften kann ein Zeichen für lokale Schmerzen sein. Die Tiere versuchen, die Stelle zu beruhigen.

5. Muskelschwund an den Hinterbeinen: Durch Schonhaltung bauen Hunde Muskeln ab – besonders an den Oberschenkeln. Der Rücken wird oft runder, die Hinterhand schwächer.

6. Aggressivität oder Rückzug: Schmerzen machen gereizt. Ein sonst freundlicher Hund kann knurren, wenn man ihn berührt, oder sich zurückziehen. Auch Winseln in der Nacht kann auf Schmerzen hinweisen.

Frühzeitige Hilfe verbessert die Lebensqualität deutlich

Wird Arthrose früh erkannt, lässt sich der Verlauf verlangsamen. Behandlungsmöglichkeiten reichen von speziellem Futter über Nahrungsergänzungsmittel wie Grünlippmuschelextrakt bis hin zu Physiotherapie, Akupunktur oder Schmerzmitteln. Dr. Hein betont: „Je früher wir eingreifen, desto länger bleibt der Hund schmerzfrei und beweglich. Warten bis zur Lahmheit ist zu spät.“

Ein einfacher Test: Beobachten Sie Ihren Hund beim Rennen oder Treppensteigen. Zeigt er Unsicherheit oder eine veränderte Haltung? Dann sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Arthrose ist nicht heilbar, aber mit der richtigen Behandlung können Hunde trotzdem ein aktives Leben führen.

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