Katzenfutter für Hunde: Gelegentliches Naschen ist meist unbedenklich
Wer mit Hund und Katze zusammenlebt, kennt die Situation: Sobald der Katzennapf auf dem Boden steht, ist der Hund zur Stelle. Katzenfutter scheint für viele Hunde besonders attraktiv zu sein. Doch ist es für den Hund ungesund? Ernährungswissenschaftlerin Beke Enderstein klärt auf, wann es problematisch werden kann.
Grundsätzlich können Hunde gelegentlich Katzenfutter fressen, ohne dass sofort gesundheitliche Probleme auftreten. Als dauerhafte Ernährung ist es jedoch nicht geeignet. Der Grund liegt in den unterschiedlichen Ernährungsbedürfnissen beider Tierarten.
Unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse von Hund und Katze
Katzen sind reine Fleischfresser und benötigen besonders viel tierisches Eiweiß und Fett. Hunde hingegen sind Allesfresser. Sie können neben Fleisch auch pflanzliche Bestandteile verwerten und profitieren von Gemüse, Kartoffeln, Getreide oder Hülsenfrüchten, erklärt die Ökotrophologin Beke Enderstein. Hundefutter enthält zwar ebenfalls Fleisch oder Fisch als Hauptbestandteil, zusätzlich aber meist Kohlenhydrate und Ballaststoffe aus pflanzlichen Zutaten. Katzenfutter liefert dagegen deutlich mehr Eiweiß und Fett und ist speziell auf die Bedürfnisse von Katzen abgestimmt.
Wichtige Unterschiede bei Vitaminen und Nährstoffen
Auch bei Vitaminen und Nährstoffen gibt es Unterschiede. Katzenfutter enthält beispielsweise Taurin, eine Aminosäure, die für Katzen essenziell ist. Hunde können diesen Stoff dagegen selbst bilden. Hundefutter wird hingegen so zusammengesetzt, dass Hunde die für sie passende Menge an Eiweiß, Fett, Kohlenhydraten sowie Vitaminen und Mineralstoffen erhalten. Das Nährstoffverhältnis ist also auf eine andere Tierart zugeschnitten.
Welche Risiken drohen bei dauerhaftem Verzehr?
Problematisch wird es vor allem dann, wenn ein Hund ausschließlich Katzenfutter erhält. Der hohe Eiweiß- und Fettgehalt kann langfristig zu einer unausgewogenen Ernährung führen. Mögliche Folgen sind Übergewicht, Verdauungsprobleme durch einen Mangel an Ballaststoffen sowie eine nicht optimale Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen. Auch Leber und Nieren können durch dauerhaft zu hohe Proteinmengen stärker belastet werden.
Fazit: Gelegentliches Naschen ist meist kein Problem
Frisst ein Hund hin und wieder etwas Katzenfutter aus dem Napf seines tierischen Mitbewohners, ist das in der Regel unbedenklich. Entscheidend ist, dass die normale Ernährung weiterhin aus hochwertigem Hundefutter besteht. Katzenfutter ist für Hunde nicht giftig und als gelegentliche Leckerei meist unproblematisch. Als dauerhafte Ernährung eignet es sich jedoch nicht, weil es auf die Bedürfnisse von Katzen zugeschnitten ist. Für eine ausgewogene Versorgung sollten Hunde deshalb regelmäßig speziell für sie entwickeltes Hundefutter bekommen.



