Überraschendes Insel-Ranking: Naxos schlägt Santorini und Mykonos
Naxos überrascht als beliebteste griechische Insel

Griechenland-Tourismus boomt trotz Krisen

Griechenland zählt auch in diesem Sommer zu den gefragtesten Reisezielen im Mittelmeerraum. Trotz Wirtschaftsflaute in vielen EU-Ländern und anhaltender Spannungen im Nahen Osten verzeichnet der Tourismussektor Rekordzahlen. In den ersten drei Monaten des Jahres 2026 stieg die Zahl ausländischer Besucher im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 38 Prozent. Die Tourismuseinnahmen legten im ersten Quartal sogar um 64 Prozent zu, wie die griechische Zentralbank mitteilt.

Besonders Deutsche reisen wieder vermehrt nach Hellas: Im März 2026 kamen 123.000 deutsche Reisende, ein Anstieg von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit bleiben die Deutschen die größte ausländische Urlaubernation in Griechenland.

Neues Ranking von Condé Nast Traveller

Für die meisten Urlauber ist Griechenland vor allem ein Inselziel. Kreta und Rhodos sind mit rund sechs beziehungsweise vier Millionen Gästen pro Jahr die Flaggschiffe unter den griechischen Ferieninseln. Auch Mykonos mit seinem legendären Nachtleben sowie die spektakuläre Vulkaninsel Santorini zählen seit Jahren zu den beliebtesten Reisezielen. Doch eine aktuelle Rangliste des Reise- und Lifestylemagazins Condé Nast Traveller zeigt einen deutlichen Wandel.

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Die Bestenliste basiert auf Leserbewertungen. Unter den 20 am besten benoteten Inseln Europas finden sich gleich acht griechische Destinationen. Überraschend belegt jedoch nicht Santorini oder Mykonos den Spitzenplatz, sondern die Kykladeninsel Naxos mit 95,71 Punkten. Dahinter folgen Ibiza und Capri. Kreta erreicht Rang acht, knapp hinter Sizilien. Korfu, Rhodos und Skiathos belegen die Plätze zehn bis zwölf. Die Jetset-Insel Mykonos landet auf Rang 14, das touristisch bislang vergleichsweise wenig erschlossene Folegandros immerhin auf Platz 17. Das weltberühmte Santorini hingegen findet sich erst auf dem drittletzten Platz wieder – nur Malta und die Azoren schneiden schlechter ab.

Warum Naxos die Nase vorn hat

Dass Naxos die Rangliste anführt und Folegandros noch vor Santorini liegt, ist kein Zufall. Die Ergebnisse spiegeln einen deutlichen Wandel der Reisevorlieben wider. Die von dem Reisemagazin befragten Besucher schätzen auf Naxos die kilometerlangen Sandstrände, aber ebenso die ursprünglichen Dörfer, die lebendige Kultur, die ausgezeichnete regionale Küche und eine entspannte Atmosphäre.

Auch der Aufstieg von Folegandros in die Top-20 der europäischen Ferieninseln bestätigt diesen Trend: Immer mehr Urlauber bevorzugen kleinere, weniger bekannte Inseln, die Authentizität und Ruhe bieten – fernab von Kreuzfahrtschiffen und Massentourismus, Fast Food und überfüllten Gassen.

Vielfalt der griechischen Inselwelt

Die acht griechischen Inseln in der Rangliste von Condé Nast Traveller vermitteln einen guten Eindruck von der Vielfalt der griechischen Inselwelt: Die Palette reicht vom mondänen Mykonos über das Postkartenpanorama Santorinis, die grüne Sporadeninsel Skiathos und das venezianisch geprägte Korfu bis nach Kreta, der größten und landschaftlich abwechslungsreichsten Insel Griechenlands.

Damit ist die Auswahl aber längst nicht erschöpft. Wie viele griechische Inseln es tatsächlich gibt, lässt sich kaum eindeutig beantworten. Je nach Quelle schwanken die Angaben zwischen 3.000 und 6.000 Inseln. Der militärgeografische Dienst Griechenlands zählt – einschließlich Felseninseln und Riffen – sogar 29.372. Dauerhaft bewohnt sind lediglich 227, für den klassischen Pauschaltourismus erschlossen nur etwa 20. Bezieht man touristisch weniger entwickelte Inseln ein, die vor allem Individualreisende und Griechen selbst besuchen, kommt man auf rund 60 attraktive Reiseziele. In der griechischen Inselwelt gibt es also noch viel zu entdecken.

Welche Insel passt zu wem?

Welche Insel letztlich das schönste Urlaubsziel ist, bleibt eine Frage des persönlichen Geschmacks. Keine gleicht der anderen, jede besitzt ihren eigenen Charakter. Kreta überzeugt mit langen Sandstränden, luxuriösen Resorts, bedeutenden antiken Stätten und beeindruckenden Berglandschaften. Zudem verfügt die Insel über mehr Fünf-Sterne-Hotels als jede andere in Griechenland. Rhodos bietet nach Kreta die zweitgrößte Hotelkapazität; seine mittelalterliche Altstadt, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, zählt zu den größten Besuchermagneten des Landes.

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Korfu begeistert mit seiner üppigen Vegetation und venezianischen Architektur, das südlich gelegene Lefkas mit langen, vergleichsweise ruhigen Stränden. Wer pulsierendes Nachtleben sucht, wird auf Mykonos oder Zakynthos fündig. Ruhe und Ursprünglichkeit bieten dagegen Inseln wie Milos, Karpathos, Astipalea oder Ikaria. Zu den Inseln, die Griechenlandfans als Geheimtipps handeln, gehören auch Symi und Chalki. Beide Inseln sind von Rhodos aus mit der Fähre zu erreichen. Auch weiter nördlich gibt es in der östlichen Ägäis mehrere Inseln, die bisher vom Massentourismus unberührt sind: Lipsi, Leros und Kalymnos. Die Insel ist vor allem für ihre jahrhundertealte Tradition der Schwammtaucher bekannt.

Reisetipps für Individualisten

In den Katalogen der großen Reiseveranstalter wird man die meisten dieser kleinen Inseln nicht finden. Wer dorthin will, muss die Reise selbst organisieren. Aber gerade das kann den besonderen Reiz ausmachen – und trägt zur Vorfreude bei. Als Faustregel gilt: Inseln ohne Flughafen, die ausschließlich per Schiff erreichbar sind, haben sich meist mehr von ihrem ursprünglichen Charakter bewahrt. Für viele Griechenland-Liebhaber beginnt der Urlaub deshalb schon an Bord der Fähre ab Piräus – als Entschleunigung und Einstieg in den entspannten Lebensrhythmus der Ägäis.