In Italien geht es längst nicht mehr nur um Sonne, Sand und Meer. Während auf Sardinien eine Altersgrenze für die Nutzung von Sonnenschirmen gilt, setzen die Badeorte in Venetien im Sommer 2026 auf neue Service-Ideen. Ziel ist es, mehr Komfort für alle Gäste zu bieten – auch für Alleinreisende.
Bibione richtet Strand für Alleinreisende ein
Nach Angaben der Verbraucherschutzorganisation Altroconsumo sind die Kosten für Liegen und Sonnenschirme an den italienischen Stränden in den vergangenen fünf Jahren um 24 Prozent gestiegen. Im Schnitt bezahlt man in diesem Sommer 238 Euro für die erste Strandliegen-Reihe. Wer sich mit der zweiten begnügt, zahlt in der ersten Augustwoche 229 Euro. Für eine Liege in der dritten Reihe werden 219 Euro fällig. Dafür soll jetzt offenbar auch mehr geboten werden.
So können Singles in Bibione am nördlichen Ende der Adria ab dieser Saison entspannter sonnenbaden. Im Pinienwald-Bereich des Badeortes wurde laut „T-Online“ ein eigener Strandabschnitt für Alleinreisende geschaffen. Dort stehen 120 sogenannte Single-Parzellen bereit. Jede wird mit einem Sonnenschirm und einer besonders breiten Liege vermietet. Laut „Corriere del Veneto“ sind die Plätze etwas günstiger als klassische Strandparzellen für mehrere Personen. Einen konkreten Preis nennt die Zeitung allerdings nicht.
Qualmfreies Sonnenbaden
Bibione hatte bereits in der Vergangenheit eine Vorreiterrolle. Der Badeort war der erste rauchfreie Strand Italiens. Seit 2019 gilt das Rauchverbot für den gesamten Bereich vom Ufer bis zur letzten Sonnenschirmreihe. Geraucht werden darf nur noch in Strandkiosken sowie in speziell ausgewiesenen Raucherzonen im Landesinneren. In den vergangenen Jahren zogen auch Jesolo in Venetien, Pesaro in den Marken und zahlreiche Strände rund um die Hauptstadt Rom nach.
Mehr Platz am Strand
Für ein besseres Urlaubserlebnis wurden außerdem am Strand von Jesolo nahe Venedig die Kapazitäten reduziert: Dort haben die Behörden die Zahl der Liege- und Sonnenschirmplätze um 20.000 verringert, um mehr Platz zwischen den Gästen zu schaffen.
Smartphones laden am Sonnenschirm
Und Italien setzt auch auf digitalen Komfort. Einige Strandabschnitte direkt am Meer wurden probeweise mit solarbetriebenen Ladestationen ausgestattet. Urlauber können dort ihr Smartphone direkt am Sonnenschirm aufladen. Sogar die Auslastung der Strände wird inzwischen digital überwacht. Die Gesellschaft Bibione Spiaggia, die rund 18.000 Sonnenschirmplätze verwaltet, hat dafür eine App eingeführt. Mit ihr können Rettungsschwimmer und Strandmitarbeiter die Belegung in Echtzeit kontrollieren. So soll verhindert werden, dass reservierte Plätze stundenlang leer bleiben.



