Der Einfluss des Brandenburger AfD-Landesverbandes auf die Bundespartei wächst. Beim Bundesparteitag am Wochenende in Erfurt wurden mit Dennis Hohloch, Jean-Pascal Hohm und Hannes Gnauck drei Brandenburger Politiker in den Bundesvorstand gewählt, die vom Verfassungsschutz als Rechtsextremisten eingestuft werden.
Verfassungsschutz stufte Brandenburger AfD als gesichert rechtsextremistisch ein
Bereits im April des vergangenen Jahres hatte der Verfassungsschutz die Brandenburger AfD als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. In seinem Bericht für 2025 schreibt die Behörde, im Landesverband seien „völkisch-nationalistische und ethnokulturelle Positionen sowie Fremdenfeindlichkeit verankert“. Die Partei liegt in Umfragen in Brandenburg derzeit vorn.
Die drei neuen Vorstandsmitglieder bringen diese Gesinnung nun auch auf Bundesebene ein. Wer sind die Männer, die künftig die Geschicke der AfD mitbestimmen?
Dennis Hohloch: Fraktionschef mit extremen Positionen
Dennis Hohloch ist 34 Jahre alt und seit 2023 Vorsitzender der AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag. Der Verfassungsschutz Brandenburg zählt ihn zum rechtsextremistischen Spektrum. Hohloch fiel wiederholt durch Aussagen auf, die als völkisch-nationalistisch interpretiert werden. Er gilt als enger Vertrauter des Landesvorsitzenden und setzt sich für eine strikte Anti-Migrationspolitik ein.
Jean-Pascal Hohm: Jung und radikal
Jean-Pascal Hohm ist mit 29 Jahren das jüngste Mitglied im neu gewählten Bundesvorstand. Der gebürtige Brandenburger engagiert sich seit seiner Jugend in der AfD und wurde mehrfach vom Verfassungsschutz beobachtet. Hohm vertritt eine ethnopluralistische Linie, die eine Trennung der Kulturen fordert. In Reden betonte er immer wieder die angebliche Überfremdung Deutschlands.
Hannes Gnauck: Bundeswehrsoldat mit rechtsextremen Kontakten
Hannes Gnauck, 33 Jahre alt, ist aktiver Bundeswehrsoldat und war bereits mehrfach Gegenstand von Disziplinarverfahren aufgrund seiner politischen Aktivitäten. Der Verfassungsschutz bescheinigt ihm Kontakte in die rechtsextreme Szene. Gnauck ist bekannt für seine scharfe Kritik an der NATO und fordert eine Neuausrichtung der deutschen Außenpolitik hin zu Russland.
Mit der Wahl der drei Brandenburger verstärkt sich der rechtsextreme Flügel im AfD-Bundesvorstand. Beobachter rechnen mit einer weiteren Radikalisierung der Partei auf Bundesebene. Die moderaten Kräfte innerhalb der AfD, die ohnehin an Einfluss verloren haben, dürften weiter geschwächt werden.



