Hunderte Rechtsextreme besitzen weiterhin Waffen – Behörden oft ahnungslos
Hunderte Rechtsextreme besitzen Waffen – Behörden ahnungslos

Umgang mit Rechtsextremen: Viele AfD-Mitglieder horten Waffen

Die Innenminister suchen seit Monaten nach Wegen, Verfassungsfeinde zu entwaffnen. Eine Abfrage bei den Behörden zeigt nun: Hunderte Rechtsextremisten besitzen weiterhin Waffen. Oft ist nicht einmal bekannt, wie viele.

Von Fabian Hillebrand, 19.06.2026

Verfassungsfeindlichkeit ist ein Ausschlusskriterium für den Waffenbesitz. Dennoch zeigen neue Daten: Zahlreiche Mitglieder der AfD und anderer rechtsextremer Gruppierungen horten Waffen. Die Behörden haben oft keinen vollständigen Überblick.

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Die Problematik im Detail

Laut einer aktuellen Abfrage bei den zuständigen Landesbehörden sind Hunderte Rechtsextremisten im Besitz von Waffen. Die Dunkelziffer könnte jedoch weit höher liegen. Die Innenminister der Länder fordern daher schärfere Kontrollen und eine konsequentere Entwaffnung von Verfassungsfeinden.

Besonders problematisch ist die Situation bei der AfD, die vom Verfassungsschutz in Teilen als rechtsextrem eingestuft wird. Viele ihrer Mitglieder verfügen über Waffenscheine oder besitzen Schreckschusswaffen. Die Behörden sind oft überfordert, die Legalität dieser Besitztümer zu überprüfen.

Forderungen der Innenminister

Die Innenminister der Länder haben bereits mehrere Maßnahmen vorgeschlagen, um die Entwaffnung von Rechtsextremisten zu erleichtern. Dazu gehören eine bessere Vernetzung der Behörden, regelmäßige Überprüfungen der Waffenbesitzer und eine Verschärfung der gesetzlichen Grundlagen. Bislang scheitern diese Pläne jedoch oft an rechtlichen Hürden oder fehlenden Ressourcen.

Ein weiteres Problem ist die mangelnde Transparenz: Viele Behörden wissen nicht genau, wie viele Rechtsextremisten in ihrem Zuständigkeitsbereich Waffen besitzen. Die Datenlage ist unzureichend, was eine gezielte Entwaffnung erschwert.

Reaktionen aus der Politik

Die Diskussion um den Waffenbesitz von Rechtsextremen hat auch politische Wellen geschlagen. Während die Innenminister der Union und der SPD auf strengere Regeln drängen, warnen die Grünen vor einer pauschalen Kriminalisierung von Waffenbesitzern. Die AfD selbst weist die Vorwürfe zurück und spricht von einer Kampagne gegen ihre Mitglieder.

Die Innenministerkonferenz will das Thema auf ihrer nächsten Sitzung erneut aufgreifen. Ziel ist es, bis Ende des Jahres konkrete Gesetzesvorschläge vorzulegen, die eine effektivere Entwaffnung von Verfassungsfeinden ermöglichen.

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