Die Nachricht vom Attentat auf Donald Trump hat die Welt erschüttert. Doch schon bald nach der Tat machten sich Zweifel breit: War das Attentat womöglich inszeniert? Eine Kolumne von Markus Feldenkirchen beleuchtet die Hintergründe und die Ironie der Geschichte.
Die Saat des Misstrauens
Wer selbst jahrelang Verschwörungstheorien verbreitet hat, braucht sich nicht zu wundern, wenn er ihnen zum Opfer fällt. Donald Trump hat über Jahre hinweg das Vertrauen in Institutionen untergraben und alternative Fakten etabliert. Nun erntet er die Früchte seiner Saat: Selbst ein Attentat auf seine Person wird nicht als das genommen, was es ist, sondern als mögliche Inszenierung betrachtet.
Die Geister, die er rief
Die Revolution frisst ihren Opa – dieser Satz trifft hier in besonderem Maße zu. Trump, der einst die „Lügenpresse“ anprangerte und Wahlbetrug behauptete, sieht sich nun selbst mit Verschwörungstheorien konfrontiert. Die Dynamik, die er losgetreten hat, wendet sich gegen ihn. In den sozialen Medien kursieren bereits abstruse Theorien, die das Attentat als „False Flag“-Aktion darstellen.
Es ist eine traurige Ironie der Geschichte: Der Mann, der die Wahrheit relativierte, wird nun selbst Opfer dieser Relativierung. Die Frage nach der Echtheit des Attentats ist nicht nur eine journalistische, sondern auch eine gesellschaftliche. Sie zeigt, wie tief das Misstrauen in der Bevölkerung sitzt und wie sehr die Polarisierung die Wahrnehmung der Realität verzerrt.
Markus Feldenkirchen schreibt in seiner Kolumne, dass diejenigen, die ständig mit Verschwörungstheorien hantieren, letztlich die Glaubwürdigkeit aller Ereignisse untergraben. Das Attentat auf Trump sei ein trauriger Höhepunkt dieser Entwicklung. Es sei an der Zeit, innezuhalten und über die Folgen einer Politik nachzudenken, die auf Misstrauen und Spaltung setzt.
Der Artikel, der ursprünglich im SPIEGEL erschien, ist mittlerweile nicht mehr frei zugänglich. Er ist Teil der aktuellen Ausgabe 18/2026 und kann nur von Abonnenten gelesen werden. Die Diskussion um das Attentat wird jedoch weitergehen – und mit ihr die Frage, ob die Gesellschaft aus diesem Ereignis lernen wird.



