Australien unterstützt Ausschluss von Ex-Prinz Andrew aus der Thronfolge
Die Demontage von Ex-Prinz Andrew Mountbatten-Windsor setzt sich fort: Australien, eines der wichtigsten Commonwealth-Länder, hat offiziell signalisiert, dass es den geplanten Ausschluss des früheren Prinzen aus der britischen Thronfolge mittragen wird. Dies geht aus einem Schreiben des australischen Regierungschefs Anthony Albanese an den britischen Premierminister Keir Starmer hervor, das von Sky News und der Nachrichtenagentur PA zitiert wird.
Ermittlungen und internationale Reaktionen
Gegen Andrew, den jüngeren Bruder von König Charles III., wird in Großbritannien im Kontext des Skandals um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ermittelt. Der Ex-Prinz wurde in der vergangenen Woche von der Thames Valley Police vorübergehend festgenommen, ihm wird Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt vorgeworfen. Er soll in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter Informationen an Epstein weitergeleitet haben.
Albanese betonte in seinem Schreiben, dass seine Regierung jedem Vorschlag zustimmen würde, Andrew aus der Thronfolge zu entfernen. „Es handelt sich um schwerwiegende Vorwürfe, die in Australien ernst genommen werden“, schrieb der australische Premierminister. Die Festnahme hatte auch in Australien für großes Aufsehen gesorgt, Medien berichteten teilweise mit Livetickern.
Thronfolge und rechtliche Verfahren
Andrew steht aktuell auf Platz acht der britischen Thronfolge, hinter König Charles III. (Platz eins), dessen Sohn William (43) und Enkel Prinz George (12). Australien gehört zu den insgesamt 15 Commonwealth-Staaten, die einem entsprechenden Gesetz zustimmen müssten, da durch die Anerkennung von Charles III. als König auch ihre Thronfolge betroffen ist.
In Großbritannien erwägt die Regierung, ein Gesetz zur Änderung der Thronfolge zu erlassen – möglicherweise aber erst, wenn die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen sind. Gesetze werden in Großbritannien im Ober- und Unterhaus beschlossen und schließlich vom Monarchen unterzeichnet. König Charles III. hatte zuvor mitgeteilt, dass das Gesetz seinen Lauf nehmen müsse.
Hintergrund und frühere Kontroversen
Der Epstein-Skandal hat internationale Wellen geschlagen: Das bekannteste Epstein-Opfer, Virginia Giuffre, die auch gegen Andrew Missbrauchsvorwürfe erhoben hatte, lebte bis zu ihrem Tod im April des vergangenen Jahres in Australien. Andrew hatte diese Vorwürfe stets zurückgewiesen; sie sind bislang nicht Teil der aktuellen Ermittlungen.
Bereits früher hatte Andrew wegen seiner Verwicklung in den Skandal seine Titel und Ehren, unter anderem als Herzog von York, verloren. Die jüngsten Entwicklungen unterstreichen die anhaltenden Konsequenzen des Epstein-Skandals für die britische Elite und die Monarchie.



