Russischer Angriff bei Tageslicht: Drohne zerstört historisches Welterbe in Lwiw
In einem ungewöhnlichen Angriff bei Tageslicht hat Russland das historische Stadtzentrum von Lwiw im Westen der Ukraine angegriffen. Dabei traf eine russische Drohne ein Gebäude in unmittelbarer Nähe der St.-Andreas-Kirche aus dem 17. Jahrhundert, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Flammen schlugen aus dem Dach des getroffenen Gebäudes, wie Augenzeugenberichte und Videomaterial zeigen.
Mindestens zwei Verletzte bei dem Angriff
Nach Angaben der ukrainischen Behörden wurden bei diesem Angriff mindestens zwei Menschen verletzt. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, dass Russland am Montag mehr als 400 Drohnen abgefeuert habe – ein ungewöhnliches Vorgehen, da solche Angriffe typischerweise nachts stattfinden.
Die Einwohner von Lwiw reagierten mit Entsetzen auf die Zerstörung ihres kulturellen Erbes. Tetiana Kachovska, eine Bewohnerin der Stadt, berichtete: „Meine Hände zitterten, meine Beine zitterten. Daran kann man sich nicht gewöhnen.“
Absurder Angriff auf kulturelles Erbe
Nazar Krutnyk, ein weiterer Einwohner von Lwiw, äußerte sich empört über die Zerstörung: „Das ist einfach absurd. Das ist einfach verrückt. Als Unesco-Welterbe ist das Basilianerkloster zweifellos ein wunderschöner Ort. Und diese Attacken treffen genau ins Zentrum. Meiner Meinung nach ist das einfach absurd.“
Das historische Zentrum von Lwiw steht seit 1998 auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes und umfasst zahlreiche architektonische Juwelen aus verschiedenen Epochen. Der aktuelle Angriff richtete sich gezielt gegen dieses kulturelle Erbe, das für die Identität der Stadt und der gesamten Ukraine von unschätzbarem Wert ist.
Eskalation der Angriffstaktik
Der Angriff bei Tageslicht markiert eine Eskalation in der russischen Kriegsführung. Während Drohnenangriffe bisher überwiegend nachts stattfanden, ermöglicht die Tageslicht-Offensive eine präzisere Zielerfassung – was die gezielte Zerstörung des Welterbes noch verheerender macht.
Die ukrainischen Luftabwehrkräfte waren mit der Abwehr der mehr als 400 Drohnen stark gefordert. Die massive Attacke unterstreicht die anhaltende Intensität des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, der nun auch das kulturelle Erbe des Landes systematisch ins Visier nimmt.



