Französischer UNIFIL-Soldat im Libanon getötet: Macron beschuldigt Hisbollah
Französischer Blauhelm im Libanon getötet - Macron beschuldigt Hisbollah

Französischer UNIFIL-Soldat bei Einsatz im Südlibanon getötet

Im Süden des Libanon ist ein französischer Soldat der Friedensmission UNIFIL getötet worden. Drei weitere Kameraden wurden bei dem Angriff verwundet und mussten evakuiert werden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron machte auf dem Kurznachrichtendienst X deutlich, dass nach ersten Erkenntnissen die schiitische Miliz Hisbollah für diesen Vorfall verantwortlich sei. Der französische Staatschef forderte die libanesische Regierung unverzüglich auf, die Verantwortlichen festzunehmen und zur Rechenschaft zu ziehen.

Hinterhalt mit Handfeuerwaffen

Die französische Verteidigungsministerin Catherine Vautrin sprach auf X von einem gezielten Hinterhalt. Demnach wurde der französische Blauhelmsoldat durch einen direkten Schuss aus einer Handfeuerwaffe getötet. Die Soldaten waren im Einsatz, um einen Weg zu einem Uno-Posten freizumachen, der seit mehreren Tagen durch die anhaltenden Kämpfe in der Region isoliert war. Der Angriff erfolgte aus nächster Nähe durch eine bewaffnete Gruppe, und der getötete Soldat musste von seinen Kameraden unter Beschuss geborgen werden.

Die UNIFIL-Mission bestätigte, dass ihre Soldaten dabei waren, Sprengsätze an einer Straße im Süden des Libanon zu beseitigen, als sie beschossen wurden. Die Organisation bezeichnete den Angriff als vorsätzlich und ging nach erster Einschätzung davon aus, dass nichtstaatliche Akteure dafür verantwortlich sind. Dabei wurde ausdrücklich die Hisbollah als mutmaßliche Tätergruppe genannt.

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Hisbollah weist Vorwürfe zurück

Die Hisbollah wies in einer offiziellen Erklärung jegliche Verbindung zu dem Angriff entschieden zurück. Die Miliz warnte vor voreiligen Schuldzuweisungen und betonte, dass die Untersuchungen der libanesischen Armee noch andauern würden. Gleichzeitig verurteilte Libanons Regierungschef Nawaf Salam den Angriff auf Mitglieder des französischen UNIFIL-Bataillons aufs Schärfste. Er gab Anweisungen für eine sofortige Untersuchung, um die Umstände dieser Attacke aufzuklären und die Angreifer zur Verantwortung zu ziehen.

Angespannte Lage an der israelisch-libanesischen Grenze

Die Blauhelme der UNIFIL überwachen seit 1978 das Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon. Immer wieder gab es dabei auch in ihren Reihen Tote und Verletzte. Erst vor wenigen Wochen wurden zwei indonesische Soldaten der UNIFIL-Mission bei einer Explosion getötet. In der Nacht zu Freitag war zwar eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon in Kraft getreten, die für zehn Tage gelten sollte. Dennoch meldete die libanesische Armee am Freitag fortlaufende israelische Angriffe aus der Luft und durch Artillerie entlang der Grenze.

Die Situation im Südlibanon bleibt somit äußerst angespannt. Der tödliche Angriff auf den französischen Soldaten unterstreicht die Gefahren, denen die UNIFIL-Truppen in dieser konfliktreichen Region täglich ausgesetzt sind. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit großer Sorge, während die Ermittlungen zu diesem tragischen Vorfall fortgesetzt werden.

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