Groundhopper traf Infantino auf Anguilla: So sichert er sich Macht
Groundhopper traf Infantino auf Anguilla

Ein Groundhopper, der jedes Land der Welt mindestens einmal im Fußballstadion besuchen möchte, reiste 2017 auf die Karibik-Insel Anguilla. Die Nationalmannschaft des britischen Überseegebiets stand damals auf Platz 205 und damit auf dem letzten Platz der Fifa-Weltrangliste. Drei Stunden vor dem Anpfiff eines Erstliga-Spiels schlenderte er ins Raymond E. Guishard-Stadion – und traf dort auf den Namensgeber selbst: Raymond E. Guishard, damals Präsident des nationalen Fußballverbandes, saß in kurzen Hosen und Flip-Flops auf der Tribüne. Er freute sich so über den Besucher aus dem Ausland, dass er sofort sein Handy zückte und stolz Fotos mit Fifa-Präsident Gianni Infantino zeigte.

Infantino besuchte kleine Verbände – und sicherte sich ihre Loyalität

Infantino war erst im Jahr zuvor ins Amt gewählt worden und hatte der fußballerisch unbedeutenden Region einen Besuch abgestattet. Guishard strahlte, als er über das Treffen sprach. Eines der Fotos stehe auch in seinem Büro. Der Groundhopper verstand: So sichert sich Infantino seine Macht. Die Mini-Verbände in der Fifa wollen gesehen, gehört und ernst genommen werden. Der Schweizer gibt ihnen genau das. Damit sichert er sich die Loyalität der Fußball-Granden aus Anguilla und anderen Kleinstaaten.

Anguilla hat gerade einmal 15.000 Einwohner – weniger als der hessische Heimatort Karben des Groundhoppers –, während der DFB über 8 Millionen Mitglieder zählt. Doch in der Fifa sind alle Verbände gleichberechtigt. Solange Infantino die Anguillas dieser Welt auf seiner Seite hat, hat er die Macht.

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Wie steht Anguilla heute zu Infantino?

Der Groundhopper hätte gerne gewusst, wie der Verband von Anguilla heute zur Causa Trump-Infantino-Balogun steht. Was Girdon Connor, der Nachfolger des 2020 zurückgetretenen Raymond E. Guishard, zu sagen hat. Doch die Website des Verbandes ist nicht erreichbar, und E-Mails an die offizielle Adresse kommen mit Fehlermeldung zurück.

Übrigens: Der Fußball im Heimatort des Groundhoppers ist besser organisiert. Der Anpfiff des von ihm besuchten Erstliga-Spiels auf Anguilla verzögerte sich, weil eine Mannschaft auf ihren neunten Spieler wartete. Der habe Spätschicht im Hotel, wurde ihm beschieden. Als der Spieler endlich eintraf, ließ er Mitspieler, Gegner und den Groundhopper warten – weil er Hunger hatte. Also schauten alle beim Essen zu, bis das Spiel endlich begann.

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