Berlin. Der thüringische AfD-Vorsitzende Björn Höcke hat mit einer Äußerung über den Holocaust erneut für Empörung gesorgt. In einer Rede, die weitgehend unbeachtet blieb, stellte er die Rolle der Deutschen am Massenmord an den Juden infrage. Fachleute sehen darin eine systematische Strategie der Partei, die deutsche Erinnerungskultur zu untergraben.
Höckes Aussage und die Reaktionen
Höcke erklärte, dass die Deutschen nicht allein für den Holocaust verantwortlich seien und dass die Erinnerungskultur in Deutschland „krankhaft“ sei. Diese Aussagen stoßen bei Historikern und Politikwissenschaftlern auf scharfe Kritik. Der Rechtsextremismus-Forscher Hajo Funke betonte: „Es war eine Diktatur von Deutschen durch Deutsche. Die Verantwortung ist eindeutig.“
Die Strategie der AfD
Experten sehen in Höckes Provokationen einen Teil einer größeren Strategie der AfD. Die Partei versuche, die historische Verantwortung Deutschlands zu relativieren und die Erinnerungskultur zu beschädigen. Dies diene dazu, nationalistische und rechtsextreme Positionen zu normalisieren. „Die AfD will die Erinnerungskultur beschädigen“, warnt Funke.
Historischer Kontext
Der Holocaust, bei dem sechs Millionen Juden ermordet wurden, ist ein zentrales Element der deutschen Erinnerungskultur. Die Aufarbeitung der NS-Verbrechen ist ein Grundpfeiler der deutschen Demokratie. Höckes Äußerungen stellen diesen Konsens infrage und werden von vielen als Angriff auf die demokratische Grundordnung gewertet.
Fazit
Die Kontroverse um Höcke zeigt, wie die AfD gezielt versucht, die historische Verantwortung Deutschlands zu untergraben. Die Reaktionen von Fachleuten und Politikern verdeutlichen die Gefahr, die von solchen Aussagen ausgeht. Es bleibt abzuwarten, wie die Gesellschaft und die politischen Institutionen auf diese Herausforderung reagieren.



