Diplomatische Bemühungen im Iran-Konflikt: 15-Punkte-Plan und anhaltende Angriffe
Im anhaltenden Iran-Krieg laufen hinter den Kulissen intensive diplomatische Bemühungen, um den Konflikt auf dem Verhandlungsweg zu beenden. Nach pakistanischen Sicherheitskreisen stehen die USA und der Iran über ein mögliches Kriegsende in Kontakt. In dieser Woche seien bereits zweimal Vorschläge zwischen beiden Konfliktparteien übermittelt worden. Auch Ägypten und die Türkei sind nach eigenen Angaben in Vermittlungsbemühungen involviert, um den Krieg zu beenden. Allerdings dementiert Teheran jegliche Art von Verhandlungen mit den USA vehement und bezeichnet entsprechende Berichte als Lügen.
Details des 15-Punkte-Plans der USA
US-Medien hatten zuvor berichtet, die US-Regierung habe der Führung in Teheran einen umfassenden 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs unterbreitet. Dieser soll Irans Führung für ein Ende des Kriegs große Zugeständnisse abverlangen. Pakistan gilt als möglicher Gastgeber, sollte es zu neuen Gesprächen zwischen Vertretern aus Teheran und Washington kommen. Die meisten Punkte des Plans adressieren laut einer gut informierten Quelle in Islamabad das umstrittene iranische Atomprogramm.
Die USA fordern dem Vernehmen nach unter anderem die Zerstörung wichtiger Atomanlagen, einen vollständigen Stopp der Urananreicherung und der Herstellung ballistischer Raketen. Zudem solle der Iran seinen Bestand an bereits angereichertem Uran abgeben, um Befürchtungen zu entkräften, dass die Ajatollahs in Teheran eines Tages Atomwaffen in ihre Hände bekommen könnten. Themen im Gegenzug seien die Aufhebung der internationalen Sanktionen und der Wiederaufbau des Irans mit internationaler Unterstützung.
Widersprüchliche Aussagen und unrealistische Einigung
Offiziell dementiert Irans politische und militärische Führung weiterhin jegliche Art von Verhandlungen mit den USA. Der Sprecher des Präsidialamtes, Elias Hasrati, sagte im staatlichen Rundfunk Irib: „Die entsprechenden Nachrichten sind alle nur eine Lüge.“ Der Feind stecke in einer Sackgasse fest, habe keine Errungenschaften vorzuweisen und stehe auch international in der Kritik. Diese widersprüchlichen Aussagen – Zuversicht aus den USA und heftige Dementis aus dem Iran – lassen sich zunächst nicht auflösen.
Klar ist jedoch: Eine schnelle Einigung auf eine Waffenruhe scheint eher unrealistisch. Der Iran ist keineswegs besiegt, sondern weiter imstande, Israel wie auch die Staaten im Persischen Golf anzugreifen und die strategisch wichtige Straße von Hormus zu blockieren. Teheran dürfte daher die weitreichenden Forderungen des 15-Punkte-Plans kaum erfüllen wollen, da sie die nationale Souveränität und Sicherheitsinteressen des Landes massiv einschränken würden.
Anhaltende militärische Auseinandersetzungen
Ungeachtet der diplomatischen Bemühungen dauern die gegenseitigen Angriffe im Iran-Konflikt unvermindert an. Der Iran feuerte am Vormittag israelischen Angaben zufolge erneut Raketen auf das Land. Israels Polizei meldete mehrere Einschläge im Land. In mehreren Landesteilen gab es Raketenalarm, in der Küstenmetropole Tel Aviv heulten am Vormittag gleich zweimal hintereinander die Warnsirenen. Der Iran bestätigte die Raketenwelle laut staatlichem Rundfunk.
Israels Armee teilte derweil am Morgen mit, die israelische Luftwaffe habe in den vergangenen Tagen in Irans Hauptstadt Teheran zwei Produktionsstätten für Marschflugkörper angegriffen. Sie sprach von einem „weiteren Schritt zur Schwächung der militärischen Produktionsinfrastruktur“ der iranischen Führung. Medienberichten zufolge liegt der Fokus der israelischen Angriffe derzeit gezielt auf der iranischen Rüstungsindustrie, um deren Fähigkeiten nachhaltig zu beeinträchtigen.
Eskalation im Libanon und Truppenverlegungen
Währenddessen geht Israels Armee eigenen Angaben zufolge weiter gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah im Libanon vor. In der Nacht habe das Militär unter anderem eine Kommandozentrale in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut, Mitglieder der Miliz sowie Tankstellen, die sie zur Finanzierung nutze, angegriffen. Die israelische Armee teilte zudem mit, dass sie ihre „gezielten Bodeneinsätze“ im Südlibanon fortsetze, um in der Nähe zur israelischen Grenze gegen die Hisbollah vorzugehen.
Die Hisbollah feuerte unterdessen mehrfach Drohnen und Raketen Richtung Israel. Die Miliz selbst teilte mit, sie habe mehr als hundert Raketen Richtung Israel und auf israelische Soldaten im Südlibanon abgefeuert. Parallel dazu warnte der Iran die USA vor einem möglichen Einsatz von Bodentruppen. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf schrieb auf X: „Wir beobachten alle Bewegungen der USA in der Region genau, insbesondere Truppenverlegungen. Stellt unsere Entschlossenheit, unser Land zu verteidigen, nicht auf die Probe.“
Die US-Regierung hat Medienberichten zufolge die Verlegung Tausender Soldaten einer Luftlandedivision in die Region des Nahen Ostens angeordnet. Die Rede ist von einer möglichen Invasion der iranischen Insel Charg, dem wichtigsten Exportterminal für iranisches Erdöl im Persischen Golf. Diese Truppenbewegungen unterstreichen die weiterhin angespannte Sicherheitslage in der Region, trotz aller diplomatischen Initiativen zur Konfliktbeendigung.



