Iran-Konflikt: Straße von Hormus bleibt umkämpft, Friedensgespräche stocken
Der Konflikt um die strategisch wichtige Straße von Hormus verschärft sich erneut, während die Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA ins Stocken geraten. Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf betonte in einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur Tasnim, dass trotz einiger Fortschritte weiterhin eine erhebliche Kluft zwischen den beiden Staaten bestehe. „Wir sind noch weit von einer endgültigen Einigung entfernt“, erklärte Ghalibaf und unterstrich die anhaltenden Differenzen in den Gesprächen.
Rückgängigmachung der Öffnung und militärische Eskalation
Kurz nach der angekündigten Öffnung der für den globalen Ölmarkt entscheidenden Meerenge hat der Iran diese Entscheidung wieder rückgängig gemacht. Als Grund nannte ein Sprecher des Hauptquartiers der Streitkräfte laut der Nachrichtenagentur Fars die anhaltende Blockade iranischer Häfen durch die USA. Die Straße von Hormus unterliege der Verwaltung und Kontrolle der iranischen Streitkräfte, hieß es in der offiziellen Stellungnahme. Seitdem geht der Iran in der Meerenge verstärkt militärisch gegen Schiffe vor, was zu internationalen Spannungen führt.
Internationale Reaktionen und diplomatische Verwicklungen
Indien hat aufgrund mutmaßlicher Angriffe auf zwei indisch beflaggte Handelsschiffe den iranischen Botschafter einbestellt. Das Außenministerium in Neu-Delhi übermittelte laut einer Mitteilung die „tiefe Besorgnis Indiens“ über den Vorfall. Berichten zufolge wurden die Schiffe „Jag Arnav“ und „Sanmar Herald“ von Kanonenbooten attackiert, wobei keine Verletzungen oder Sachschäden entstanden, die Schiffe jedoch umkehren mussten. Der Iran wird aufgefordert, die Durchfahrt für Schiffe nach Indien durch die Straße von Hormus zu erleichtern.
Parallel dazu haben durch den Iran-Krieg im Persischen Golf gestrandete Kreuzfahrtschiffe, darunter „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ von TUI Cruises sowie die „MSC Euribia“ der Schweizer Gesellschaft MSC, die Meerenge durchquert und sind auf dem Weg nach Europa. Ein MSC-Sprecher bestätigte, dass die Durchfahrt am Samstag im Konvoi und in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden erfolgte.
Forderungen des Iran und US-Reaktionen
Parlamentspräsident Ghalibaf forderte in seinem Interview die Aufhebung der US-Seeblockade und bezeichnete diese als „töricht und ignorant“. „Wenn die Blockade nicht aufgehoben wird, wird der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zweifellos eingeschränkt sein“, warnte er und ließ keinen Zweifel an der Entschlossenheit Teherans. US-Präsident Donald Trump zeigte sich öffentlich unbeeindruckt von der iranischen Kehrtwende und betonte, dass solche Taktiken seit Jahren angewandt würden und keine Erpressung darstellten. „Wir führen derzeit sehr gute Gespräche. Es läuft wirklich sehr gut“, sagte Trump und verwies auf die laufenden Verhandlungen.
Regionale Entwicklungen und Vermittlungsbemühungen
Unter Vermittlung Pakistans laufen Bemühungen, die planmäßig am Mittwoch auslaufende Waffenruhe zu verlängern und eine umfassende Einigung im Streit über das iranische Atomprogramm anzubahnen. Nach unbestätigten US-Medienberichten könnten die Unterhändler am Montag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad erneut zusammenkommen. Der Konflikt hatte am 28. Februar mit einem Kriegsbeginn der USA und Israels gegen den Iran eingesetzt, der mit Raketenbeschuss auf Ziele in Israel und der Golfregion reagierte.
Im Libanon gilt seit Freitag eine Feuerpause zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz, die am kommenden Wochenende ausläuft. Hisbollah-Chef Naim Kassim forderte den Abzug des israelischen Militärs aus dem Libanon und betonte, dass eine Waffenruhe die vollständige Einstellung aller Feindseligkeiten bedeute. Nach dem Tod eines französischen Soldaten der UN-Mission Unifil forderte UN-Generalsekretär António Guterres einen Stopp von Angriffen auf Blauhelm-Soldaten und verwies auf mögliche Kriegsverbrechen.



