Eine Woche Iran-Krieg: Beide Seiten bleiben unnachgiebig
Sieben Tage nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran und den Gegenschlägen des iranischen Militärs zeigt sich keine der Konfliktparteien kompromissbereit. US-Präsident Donald Trump schließt ein Abkommen mit Teheran zur Beendigung des Krieges kategorisch aus und fordert stattdessen eine bedingungslose Kapitulation des Iran. Dies verkündete er auf seiner Plattform Truth Social, wo er zudem seinen Anspruch erneuerte, bei der Auswahl der künftigen Staatsführung im Iran mitzubestimmen.
Israelische Militäroffensive geht in neue Phase über
Von israelischer Seite wurde mitgeteilt, dass die Angriffe nun in eine nächste, intensivierte Phase übergehen. „In dieser Phase werden wir das Regime und seine militärischen Kapazitäten weiter zerschlagen“, erklärte Israels Generalstabschef Ejal Zamir. Seit vergangenem Wochenende habe die israelische Luftwaffe in der nun abgeschlossenen Überraschungsangriffsphase rund 2.500 Angriffe im Iran ausgeführt, die Lufthoheit erlangt und mehr als 60 Prozent der Abschussvorrichtungen für ballistische Raketen zerstört. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte eine weitere Intensivierung der Militäroperationen an.
US-Regierung bereitet sich auf längeren Krieg vor
US-Außenminister Marco Rubio geht laut Medienberichten davon aus, dass der Krieg im Iran noch mehrere Wochen andauern wird. In Telefonaten mit arabischen Außenministern betonte er, der derzeitige Fokus der Angriffe liege auf den Raketenwerfern, Lagerbeständen und Fabriken des Irans. Das Pentagon unterstreicht derweil seine Bereitschaft für einen längeren Konflikt. Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte: „Wir haben keinen Mangel an Munition.“
Deutsche und internationale Reaktionen
Bundeskanzler Friedrich Merz warnte eindringlich vor unkontrollierbaren Folgen durch eine lange Kriegsdauer. „Eine dauerhafte Fortführung dieses Krieges wäre nicht in unserem Interesse. Gleiches gilt auch für den möglichen Zusammenbruch der iranischen Staatlichkeit oder auf dem iranischen Boden ausgetragener Stellvertreterkonflikte“, sagte der CDU-Chef. Außenminister Johann Wadephul äußerte die Befürchtung, dass der Krieg neue Fluchtbewegungen Richtung Europa auslösen könnte.
Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez bezeichnete den Iran-Krieg als „schweren Fehler“ und warf Israel und den USA vor, mit ihren Angriffen das Völkerrecht zu brechen. „Ich glaube, dass es zwischen verbündeten Ländern gut ist zu helfen, wenn man recht hat, und auch darauf hinzuweisen, wenn man Unrecht hat oder einen Fehler begeht, was hier der Fall ist“, erklärte Sánchez.
Eskalation der militärischen Auseinandersetzungen
Israels Armee griff eigenen Angaben zufolge den unterirdischen Militärbunker des getöteten Staatsoberhaupts und Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei an. Der unterirdische Komplex befindet sich unter Regierungsgebäuden im Zentrum Teherans. Das israelische Militär teilte mit, der Angriff schwäche „die Führungs- und Kontrollfähigkeiten des Regimes“ weiter.
Irans Streitkräfte feuerten derweil eine neue Welle an Raketen auf Israel ab, wie der staatliche iranische Rundfunk und die Nachrichtenagentur Tasnim berichteten. In Israel wurde Raketenalarm ausgelöst, auch Bahrain und Saudi-Arabien meldeten Angriffe aus dem Iran. Die bisherige Bilanz des Krieges ist verheerend:
- In Israel wurden bislang elf Menschen getötet
- Im Iran sollen seit Samstag bereits mehr als 1.200 Menschen ums Leben gekommen sein
- In den Golfstaaten gab es bei iranischen Angriffen mehrere Tote
Konflikt weitet sich auf Libanon aus
Zu einem schweren Schlagabtausch kam es auch zwischen Israels Streitkräften und der Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon. Nach schweren israelischen Angriffen auf die südlichen Vorstädte Beiruts in der Nacht wurden diese am Vormittag erneut bombardiert. Aus dem Libanon flogen Raketen in Richtung Israel. Bislang kamen im Libanon nach Behördenangaben bereits über 200 Menschen ums Leben. Die Hisbollah erklärte in einer Stellungnahme: „Wir werden die Waffen nicht niederlegen und das Schlachtfeld nicht verlassen. Unser Gelöbnis gilt dem reinen Blut des Märtyrers Imam Ali Chamenei.“
Die Situation bleibt somit äußerst angespannt, mit keiner der Konfliktparteien, die Anzeichen für ein Nachgeben zeigt. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung mit großer Sorge, während die militärischen Auseinandersetzungen weiter eskalieren.



