Iran-Krieg erreicht entscheidende Phase - Eskalation im Nahen Osten
Der militärische Konflikt zwischen Israel, den Vereinigten Staaten und dem Iran hat eine neue, kritische Stufe erreicht. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte nach Angaben seines Büros, der Kampf gegen Teheran intensiviere sich und gehe nun in die "entscheidende Phase". Diese Entwicklung markiert einen Wendepunkt in den seit Wochen andauernden Auseinandersetzungen, die bereits zahlreiche Opfer gefordert und die Region destabilisiert haben.
US-Präzisionsschlag gegen iranische Militäranlagen
Unterdessen melden die USA einen bedeutenden militärischen Erfolg. Präsident Donald Trump bestätigte die Zerstörung von Militäranlagen auf der für Irans Ölindustrie strategisch wichtigen Insel Charg. Nach Angaben des US-Regionalkommandos Centcom wurden bei einem groß angelegten Präzisionsschlag Lagerstätten für Seeminen, Raketenbunker und zahlreiche weitere militärische Einrichtungen zerstört. Die US-Streitkräfte hätten dabei mehr als 90 iranische Militärziele getroffen, ohne die Ölinfrastruktur zu beschädigen.
Trump begründete diese Entscheidung auf seiner Plattform Truth Social mit "Gründen der Anständigkeit", warnte Teheran jedoch unmissverständlich: Sollte der Iran oder andere Akteure weiterhin versuchen, die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus zu behindern, werde er diese Entscheidung sofort überdenken. Der Schiffsverkehr durch diese für den globalen Ölexport lebenswichtige Meerenge ist durch eine iranische Blockade bereits nahezu vollständig zum Erliegen gekommen.
Iranische Drohungen und ungewöhnlicher Aufruf der Hamas
Die iranischen Revolutionsgarden reagierten mit deutlichen Drohungen gegen US-Einrichtungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ein Sprecher der Kommandozentrale erklärte laut der Nachrichtenagentur Fars, der Iran betrachte es als sein legitimes Recht zur Verteidigung seines Hoheitsgebiets, Abschussstellen von US-Raketen in Häfen und Docks der Emirate anzugreifen.
In einer überraschenden Entwicklung rief die islamistische Hamas den Iran dazu auf, die Angriffe auf Nachbarstaaten einzustellen. Die Terrororganisation bekräftigte zwar Teherans Recht auf Reaktion gegen israelisch-amerikanische Attacken, forderte jedoch die "Brüder im Iran" auf, von weiteren Angriffen auf Nachbarländer abzusehen. Seit Kriegsbeginn melden die umliegenden Golfstaaten zahlreiche iranische Raketen- und Drohnenangriffe. Die Hamas appellierte an die regionalen Staaten, "zusammenzuarbeiten, um diese Aggression zu stoppen und die brüderlichen Beziehungen untereinander zu bewahren".
Israel plant massive Bodenoffensive im Libanon
Nach Informationen des Nachrichtenportals Axios plant Israel eine deutliche Ausweitung seiner Bodenoffensive im Libanon. Ziel sei die Einnahme des gesamten Gebiets südlich des Litani-Flusses und die Zerschlagung der militärischen Infrastruktur der Hisbollah. Ein israelischer Beamter erklärte mit Blick auf die Zerstörung von Hamas-Gebäuden in Gaza: "Wir machen, was wir in Gaza gemacht haben." Es könnte sich laut Axios um die größte israelische Bodeninvasion im nördlichen Nachbarland seit 2006 handeln.
Die humanitäre Situation im Libanon verschärft sich weiter. Bei einem israelischen Luftangriff wurden offiziellen Angaben zufolge mindestens zwölf Mitarbeiter des Gesundheitswesens getötet - Ärzte, Krankenschwestern und Sanitäter beim Angriff im Dorf Burdsch Kalauijeh im Süden des Landes. Insgesamt sind im Libanon bereits mehr als 770 Menschen bei israelischen Angriffen ums Leben gekommen.
US-Verstärkung und anhaltende Internetblockade
Die USA bereiten möglicherweise einen Einsatz von Bodentruppen im Iran vor. Das Pentagon schickt Medienberichten zufolge weitere Kriegsschiffe und Marine-Infanteristen in den Nahen Osten. Die bereits in der Region eingesetzten US-Streitkräfte erhielten Verstärkung durch Tausende Infanteristen, mehrere Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge, berichtete Axios unter Berufung auf einen ranghohen US-Beamten. Diese Infanteristen wären dem Bericht zufolge in der Lage, falls gewollt auch Bodeneinsätze durchzuführen.
Parallel dazu hält die Internetblockade im Iran bereits in die dritte Woche an. Die auf Internetsperren spezialisierte Organisation Netblocks berichtet, dass die Konnektivität weiterhin bei nur einem Prozent des normalen Niveaus liege. Die Bevölkerung könne lediglich ein eingeschränktes internes Intranet nutzen, während staatlich genehmigte Nutzer uneingeschränkten Zugang zum globalen Netz erhielten. Netblocks kritisierte diese Situation scharf: "Während authentische Stimmen zum Schweigen gebracht werden und die Zivilbevölkerung ohne wichtige Informationen bleibt, füllt ein stetiger Strom von Inhalten, die das Regime genehmigt hat, die Lücke."
Israel setzt unterdessen seine Versuche fort, die iranische Bevölkerung zum Widerstand gegen die eigene Regierung zu bewegen. Verteidigungsminister Katz erklärte: "Nur das iranische Volk kann dem ein Ende setzen - durch einen entschlossenen Kampf bis zum Sturz des Terrorregimes." Die Angriffe auf Ziele im Iran zielten darauf ab, dem iranischen Volk die Möglichkeit zu geben, sich aufzulehnen und die Führung zu stürzen.



