Iran-Krieg: Neuer Führer schwört Rache - Eskalation erschüttert Golfregion und Ölmärkte
Knapp zwei Wochen nach Kriegsbeginn zwischen den USA, Israel und dem Iran halten die gegenseitigen Angriffe unvermindert an. Die gesamte Golfregion sowie der Libanon bleiben unter schwerem Beschuss, während der neu ernannte iranische Religionsführer und Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei in seiner ersten öffentlichen Stellungnahme im Staatsfernsehen Rache für die Kriegsopfer fordert.
Neuer Führer bekräftigt harte Linie
Der 56-jährige Kleriker Modschtaba Chamenei, der am vergangenen Sonntag ernannt wurde, betonte in seiner Erklärung, dass die Blockierung der strategisch wichtigen Straße von Hormus fortgesetzt werde. Diese Wasserstraße ist von entscheidender Bedeutung für den globalen Öltransport und die internationale Handelsschifffahrt. Chameneis Worte signalisieren eine Fortsetzung der konfrontativen Politik seines Vorgängers.
Angriffswellen auf Israel und Teheran
Die iranischen Streitkräfte feuerten eine neue Raketenwelle auf Ziele in Israel ab, wie die iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete. Parallel dazu griffen Kampfdrohnen militärische Einrichtungen in Israel an, wie eine Erklärung des staatlichen iranischen Rundfunks bestätigte. In Israel wurde landesweit Raketenalarm ausgelöst.
Gleichzeitig erlebte die iranische Hauptstadt Teheran eine der heftigsten Bombardierungen des gesamten Krieges. Bewohner der Millionenmetropole berichteten von schweren Angriffen in der späten Mittwochnacht, bei denen erstmals auch Ziele auf offener Straße in dicht besiedelten Stadtteilen getroffen wurden. Die Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, meldete mehrere Explosionen und nicht näher beschriebene "Zusammenstöße" in der Stadt.
Proteste und Repression im Iran
Interessanterweise riefen während der Angriffe auf Teheran einige Bewohner erneut Protestslogans gegen das Regime. Aufnahmen in sozialen Medien zeigten Rufe wie "Tod den Basidsch" - eine Referenz auf die berüchtigten paramilitärischen Einheiten, die Anfang Januar Massenproteste gegen die autoritäre Führung brutal niedergeschlagen hatten. Bei diesen Protesten sollen staatliche Repressionskräfte Tausende Demonstranten getötet haben.
Energieinfrastruktur im Fokus
Der Iran setzte seinen Beschuss wichtiger Energieinfrastruktur in der gesamten Golfregion fort. In Bahrain griffen iranische Kräfte nach Angaben örtlicher Behörden Treibstofflager in der Nähe des internationalen Flughafens an. Im Oman wurden Treibstofftanks im Hafen von Salala von Drohnen getroffen.
Die Internationale Energieagentur IEA warnte, dass der Krieg die "größte Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes" verursache. Die Gefahr durch iranische Raketen und Drohnen hat die Handelsschifffahrt in der strategisch wichtigen Region seit Kriegsbeginn nahezu komplett zum Erliegen gebracht.
Golfstaaten unter Beschuss
Mehrere Golfstaaten meldeten in der vergangenen Nacht Angriffe und Abwehrmaßnahmen:
- Die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten, ihre Luftabwehr bekämpfe Raketenbedrohungen. In Dubai stürzte eine Drohne auf ein Wohngebäude, wobei ein entstandener Brand unter Kontrolle gebracht werden konnte.
- Saudi-Arabien meldete die Zerstörung von 18 Drohnen im Osten des Landes.
- Kuwait gab bekannt, dass seine Luftabwehr eine Reihe feindlicher Drohnen abgefangen habe, die in den nördlichen Luftraum eingedrungen seien.
Libanon-Konflikt eskaliert weiter
Parallel zum direkten Iran-Israel-Konflikt dauert der Krieg zwischen der pro-iranischen Hisbollah im Libanon und Israel unvermindert an. Beide Seiten überzogen sich in der Nacht erneut mit gegenseitigen Angriffen. Ein israelischer Armeesprecher berichtete von etwa 200 Raketen und 20 Drohnen, die aus dem Libanon abgefeuert worden seien.
Die israelischen Streitkräfte zerstörten bei einer heftigen Angriffswelle auf den Libanon nach eigenen Angaben Dutzende Hisbollah-Stellungen, Raketenabschussrampen und griffen zahlreiche Kämpfer an, die Attacken auf Israel vorbereitet hätten. Libanesische Behörden meldeten mindestens elf Tote bei diesen Angriffen.
Opferbilanz in der Region
Die humanitären Kosten des Konflikts steigen kontinuierlich:
- In den Vereinigten Arabischen Emiraten, die bisher am stärksten unter Beschuss stehen, wurden sechs Menschen getötet und etwa 130 verletzt. Die Luftabwehr fing dort etwa 270 Raketen, 1.500 Drohnen und 15 Marschflugkörper ab.
- In Kuwait kamen sechs US-Soldaten und zwei örtliche Sicherheitskräfte ums Leben, mehr als 60 Mitglieder der Streitkräfte wurden verletzt.
- Im Libanon starben nach offiziellen Angaben bereits mehr als 630 Menschen.
- Auch im Irak, Bahrain, Saudi-Arabien und Oman gab es Tote und Verletzte bei wiederholten Angriffen.
Die Situation in der Golfregion bleibt extrem angespannt, während der neue iranische Führer seine Entschlossenheit zur Fortsetzung des Konflikts bekräftigt hat. Die wirtschaftlichen Auswirkungen auf den globalen Ölmarkt und die Handelsschifffahrt sind bereits jetzt historisch beispiellos.



