Deutsche Leichtathleten erleben enttäuschenden Tag bei Hallen-WM in Polen
Die deutschen Leichtathleten haben bei der Hallen-Weltmeisterschaft im polnischen Torun einen enttäuschenden Wettkampftag erlebt. Sowohl im Kugelstoßen der Frauen als auch über 1500 Meter der Männer blieben die erhofften Erfolge aus.
Ogunleye verfehlt Medaille um Zentimeter
Die 27-jährige Yemisi Ogunleye aus Mannheim, Olympiasiegerin im Kugelstoßen, musste sich beim Wettbewerb in der Kujawsko-Pomorska Arena mit dem fünften Platz begnügen. Mit einer Weite von 19,46 Metern verpasste die Deutsche eine Medaille äußerst knapp - auf Bronze fehlten am Ende lediglich 29 Zentimeter.
Die US-Amerikanerin Chase Jackson dominierte den Wettbewerb mit einer starken Leistung von 20,14 Metern und sicherte sich den Weltmeistertitel. Silber ging an die kanadische Titelverteidigerin Sarah Mitton (19,78 m), während sich die Schwedin Axelina Johansson mit 19,75 Metern die Bronzemedaille sicherte.
Besonders enttäuschend war Ogunleyes Leistung im direkten Vergleich zu ihrer jüngsten Bestmarke. Erst bei den deutschen Meisterschaften in Dortmund hatte sie ihre persönliche Bestleistung auf 20,37 Meter gesteigert und sich selbst Medaillenchancen ausgerechnet. „Das ist nie ausgeschlossen“, hatte die Athletin vor dem Wettkampf erklärt. Nach einem vielversprechenden ersten Stoß konnte sie jedoch nicht mehr nachlegen und blieb deutlich unter ihren Möglichkeiten.
Farken scheitert bereits im Vorlauf
Noch deutlicher war die Enttäuschung bei Robert Farken. Der 28-jährige Leipziger, der bei der letzten Hallen-WM den sechsten Platz belegt hatte, verpasste über 1500 Meter bereits das Finale. In seinem Vorlauf kam Farken in 3:41,79 Minuten nur auf den fünften Rang und schied damit vorzeitig aus.
Die weiteren deutschen Ergebnisse im Kugelstoßen waren ebenfalls durchwachsen. Katharina Maisch vom LV 90 Erzgebirge belegte mit 18,56 Metern den zehnten Platz und blieb damit ebenfalls unter ihren Erwartungen.
Deutsches Team ohne prominente Verstärkung
Das deutsche Leichtathletik-Team ist in Torun mit insgesamt 14 Athletinnen und Athleten vertreten. Allerdings fehlen einige prominente Namen, die bewusst auf die Hallen-WM verzichtet haben. Weitsprung-Star Malaika Mihambo und andere Spitzenathleten konzentrieren sich bereits auf die Vorbereitung für die Sommersaison und die anstehenden Wettkämpfe im Freien.
Die Hallen-WM 2026 in Torun stellt für viele Athleten eine wichtige Zwischenstation auf dem Weg zu den großen Freiluftwettbewerben dar. Für Ogunleye ist die Enttäuschung besonders groß, da sie bei der Hallen-WM 2024 in Glasgow noch die Silbermedaille gewonnen hatte und sich diesmal deutlich mehr erhofft hatte.
Die deutschen Leichtathleten haben in den kommenden Tagen noch weitere Chancen, bei der Hallen-Weltmeisterschaft in Polen gute Ergebnisse zu erzielen und die enttäuschenden Leistungen vom Freitag wettzumachen.



