Das iranische Staatsfernsehen hat am Mittwoch Videoaufnahmen veröffentlicht, die zeigen sollen, wie iranische Schnellboote zwei große Frachter in der Straße von Hormus kapern. Die Aufnahmen dokumentieren angeblich die Fähigkeit des Irans, selbst große Containerschiffe in einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt zu überfallen.
Enterkommandos stürmen an Bord
In dem Videotranskript ist zu sehen, wie ein Enterkommando an Bord der MSC Francesca stürmt. Die Aufnahmen des iranischen Staatsfernsehens sollen belegen, dass Truppen des Mullah-Regimes den Frachter in der Straße von Hormus beschlagnahmt haben. Festgesetzt wurde ebenfalls das Containerschiff Epaminondas, bei dem das Enterkommando per Schnellboot über das Heck an Bord gelangt.
Vorwürfe der Revolutionswächter
Nach Angaben der iranischen Revolutionswächter hätten beide Schiffe keine Genehmigung für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus gehabt. Zudem seien die Navigationssysteme der Frachter manipuliert worden. Zuvor wurden beide Schiffe beschossen und anschließend in Richtung der iranischen Küste gezwungen. Der Schiffs-Trackingdienst Vesselfinder zeigt die Position beider Schiffe am Mittwochabend vor der iranischen Küste an. Die Crews sind laut den zuständigen Reedereien wohlauf.
Hintergrund und Reaktionen
Die Kaperung erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen dem Iran und den USA. Die Straße von Hormus gilt als Nadelöhr für die Weltwirtschaft, da ein erheblicher Teil des globalen Öltransports durch diese Meerenge abgewickelt wird. Die internationale Gemeinschaft hat die Aktion scharf kritisiert. Die USA und ihre Verbündeten fordern die sofortige Freilassung der Schiffe und ihrer Besatzungen.
Das iranische Staatsfernsehen betonte, dass die Aktion rechtmäßig gewesen sei und die Durchfahrt ohne Genehmigung gegen internationales Recht verstoßen habe. Experten bezweifeln diese Darstellung jedoch und weisen darauf hin, dass die Kaperung von Handelsschiffen in internationalen Gewässern völkerrechtswidrig ist.



