Iran demonstriert Stärke trotz massiver Luftangriffe
Trotz fast zweiwöchiger massiver Luftangriffe der USA und Israels zeigt Irans Führung weiterhin Macht und ist zu Gegenschlägen sowie zur Störung der globalen Ölversorgung in der Lage. Bei neuen Raketensalven auf Israel wurden in der Nacht etwa 30 Menschen im arabischen Ort Zarzir laut Medienberichten überwiegend leicht verletzt. Parallel dazu wurde bei einem Drohnenangriff auf im Irak stationierte französische Truppen ein Soldat getötet und sechs weitere verletzt, wie das Verteidigungsministerium in Paris mitteilte. Die Urheberschaft dieses Angriffs blieb jedoch zunächst unklar.
Blockade der Straße von Hormus hält an
Die iranischen Revolutionsgarden halten weiterhin an ihrer Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus im Persischen Golf fest. Die Kommandozentrale der Garden erklärte laut der ihr nahestehenden Nachrichtenagentur Fars, dass sie einer Anweisung des neuen Religionsführers Modschtaba Chamenei folge. Der Schiffsverkehr durch diese für den weltweiten Ölexport entscheidende Meerenge ist nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Die USA sind nach Angaben von Energieminister Chris Wright derzeit noch nicht in der Lage, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren.
Wright betonte gegenüber dem Sender CNBC, dass die Marine dies relativ bald tun könne, aber momentan alle militärischen Ressourcen darauf ausgerichtet seien, die offensiven Fähigkeiten des Irans zu zerstören. Er halte es für wahrscheinlich, dass die US-Marine bis Ende des Monats einige Schiffe eskortieren könne. US-Finanzminister Scott Bessent äußerte gegenüber Sky News die Überzeugung, dass dies bald möglich sein werde, eventuell in Zusammenarbeit mit einer internationalen Koalition.
Ölpreise steigen und Drohungen eskalieren
Infolge des anhaltenden Konflikts sind die Ölpreise stark gestiegen. Deutschland, die USA und andere Nationen planen, mit Rekordmengen an Ölreserven gegenzusteuern. Gleichzeitig warnten die iranischen Revolutionsgarden vor Angriffen auf Irans Energiesektor und Häfen. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim erklärte die Kommandozentrale der Garden, dass der Iran im Falle des geringsten Angriffs die Öl- und Gasvorkommen der Region in Brand setzen und zerstören werde.
Kontrolle im Inland bleibt bestehen
Irans Machthaber scheinen auch im eigenen Land weiterhin die Kontrolle zu behalten. Der Geheimdienst der Revolutionsgarden warnte die Bevölkerung vor neuen Massendemonstrationen. Der Staatssender Iribnews verbreitete eine Erklärung, in der Demonstrierenden noch härtere Schläge angedroht werden als bei den Protesten Ende Dezember und Anfang Januar. Der Geheimdienst kündigte an, sogenannte Vaterlandsverräter rund um die Uhr zu verfolgen.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu räumte am Donnerstag ein, dass er unsicher sei, ob das iranische Volk in der Lage sein werde, die Islamische Republik zu stürzen. Er betonte, dass Israels Angriffe die Bedingungen dafür schaffen könnten, dies hänge jedoch letztlich vom iranischen Volk ab. Sollte der Machtapparat nicht gestürzt werden, werde er aber deutlich geschwächt sein.
Netanjahu bezeichnet Chamenei als Marionette
Den neuen obersten Führer des Irans, Modschtaba Chamenei, bezeichnete Netanjahu als Marionette der Revolutionsgarden. Der 56-jährige Religionsführer könne sein Gesicht nicht in der Öffentlichkeit zeigen. Chamenei junior soll bei einem israelischen Angriff im Iran verletzt worden sein. Netanjahu deutete mögliche weitere Tötungsversuche an, indem er sagte, er würde keine Lebensversicherungen für die Feinde Israels abschließen.
Seit seiner Ernennung zum obersten Führer am Sonntag hat sich Modschtaba Chamenei bisher nicht öffentlich gezeigt. In einer ersten Stellungnahme forderte er Rache für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel, insbesondere für die bei einem Luftangriff getöteten Schülerinnen. Die Revolutionsgarden wollen nach eigenen Angaben ihre Angriffe gegen Ziele der USA und Israels in der Region unterdessen mit voller Kraft fortsetzen.
Weitere Angriffe und Verluste in der Region
Saudi-Arabien wurde in der Nacht erneut Ziel von Angriffen mit Dutzenden Drohnen, die laut dem Verteidigungsministerium abgefangen und zerstört wurden. Zuvor waren im Oman und in Bahrain Treibstofflager mit Drohnen angegriffen worden. Die US-Streitkräfte verloren nach eigenen Angaben ein Tankflugzeug im Irak, wobei der Vorfall weder auf feindlichen Beschuss noch auf Beschuss von Verbündeten zurückzuführen sei, wie das US-Kommando Centcom ohne nähere Details mitteilte.
Das US-Militär hat seit Kriegsbeginn nach eigenen Angaben etwa 6.000 Ziele angegriffen und mehr als 90 Schiffe beschädigt oder zerstört, darunter über 30 Minenleger. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch erneut gesagt, dass der Krieg schon bald enden könne, da es praktisch nichts mehr gebe, was man angreifen könnte. Der israelische Armeesprecher Effie Defrin erklärte dagegen, dass Israels Militär noch eine umfangreiche Liste an Zielen habe.



