Israel bombardiert erstmals Öllager in Teheran - Iran schlägt zurück
Im eskalierenden Konflikt mit dem Erzfeind Iran hat die israelische Armee rund eine Woche nach Kriegsbeginn erstmals ein Öllager in der iranischen Hauptstadt Teheran bombardiert. In sozialen Medien kursierten Aufnahmen, die einen massiven Feuerball und aufsteigende, dunkle Rauchschwaden über der Stadt zeigen. Israels Militär erklärte, Irans Streitkräfte nutzten die Tanks für ihre militärische Infrastruktur. Der iranische Staatssender IRIB bestätigte die Bombardierung einer Ölraffinerie im Süden Teherans durch die Revolutionsgarden.
Angriffe in Beirut und Reaktionen des Iran
In derselben Nacht führte Israel nach eigenen Angaben in der libanesischen Hauptstadt Beirut einen gezielten Angriff auf Kommandeure der Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden durch. Gleichzeitig setzte die israelische Armee ihre Angriffe gegen die mit Teheran verbündete Hisbollah-Miliz im Süden Beiruts fort. Nach libanesischen Angriffen griff Israels Militär ein Zimmer eines Luxushotels im Zentrum von Beirut an, wobei mindestens vier Menschen getötet und acht weitere verletzt wurden. Sicherheitskreisen zufolge war eines der Todesopfer ein iranischer Staatsbürger.
Der Iran reagierte umgehend mit weiteren Angriffen. Teheran feuerte erneut Raketen auf Israel und attackierte Treibstofftanks des internationalen Flughafens in Kuwait sowie Ziele in Saudi-Arabien mit Drohnen. Die kuwaitische Armee gab bekannt, drei in den Luftraum eingedrungene ballistische Raketen abgefangen und zerstört zu haben. Zuvor waren bereits Treibstofftanks des internationalen Flughafens von Kuwait Ziel von Drohnenangriffen geworden, wobei zivile Einrichtungen durch Trümmerteile beschädigt wurden.
Politische Reaktionen und diplomatische Entwicklungen
Die Bundesregierung reagierte auf die eskalierende Gewalt, indem sie das Personal der deutschen Botschaft in Teheran nach den schweren Angriffen der USA und Israels vorübergehend ins Ausland in Sicherheit brachte. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, das Personal sei aufgrund der Bedrohungslage temporär verlegt worden, die Erreichbarkeit der Botschaft bleibe jedoch gewährleistet.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte, der Krieg werde „mit voller Kraft“ fortgesetzt. In einer Videoansprache an die Menschen im Iran sagte Netanjahu, der „Moment der Wahrheit“ rücke näher. „Wir wollen den Iran befreien und in Frieden mit ihm leben“, betonte er, fügte aber hinzu, dass „die Befreiung vom Joch der Tyrannei“ letztlich vom iranischen Volk abhänge.
US-Präsident Donald Trump äußerte sich zur Dauer der Kampfhandlungen mit den Worten: „Was auch immer nötig ist“. Er schloss jedoch die Einbindung von Kurden in den Iran-Krieg aus, obwohl kurdische Kämpfer in der Region dazu bereit seien. „Wir wollen den Krieg nicht komplizierter machen, als er ohnehin schon ist“, sagte Trump.
Weitere militärische und diplomatische Spannungen
Am Morgen begann die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben eine weitere Angriffswelle im Iran. Gleichzeitig meldete das Verteidigungsministerium von Saudi-Arabien, dass im Osten der Hauptstadt Riad sechs Drohnen abgefangen und zerstört worden seien. Irans Präsident Massud Peseschkian nannte als Bedingung für eine Einstellung der Luftangriffe auf die Nachbarländer, dass von dort keine Attacken auf sein Land erfolgten.
Die diplomatischen Spannungen verschärften sich weiter, als der iranische Außenminister Abbas Araghtschi den USA vorwarf, eine Entsalzungsanlage auf der Insel Qeschm in der Straße von Hormus angegriffen zu haben. Die Wasserversorgung von 30 Dörfern sei beeinträchtigt, schrieb er auf der Plattform X. Diese Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Araghtschi warnte, ein Angriff auf die Infrastruktur des Irans sei ein „gefährlicher Schritt mit schwerwiegenden Folgen“.
Trump wiederum beschuldigte Teheran, für die Bombardierung einer Mädchenschule im Iran am ersten Kriegstag verantwortlich zu sein, bei der nach iranischen Angaben rund 170 Schülerinnen getötet wurden. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte, der Vorfall werde untersucht.
Humanitäre und internationale Dimensionen
US-Präsident Trump nahm unterdessen an der Überführung der sechs im Iran-Krieg getöteten US-Soldaten teil, die nach US-Angaben in den ersten Kriegstagen bei einem Drohnenangriff in Kuwait ums Leben kamen. Er reiste zum Luftwaffenstützpunkt Dover im US-Bundesstaat Delaware, wo er auch auf die Familien der Gefallenen traf. Inmitten zumeist schwarz gekleideter Gäste stach Trump durch das Tragen einer weißen Baseball-Kappe mit der Aufschrift „USA“ hervor.
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff teilte Russland nach eigenen Angaben mit, dass Moskau Teheran nicht mit Informationen in dem Krieg unterstützen solle. „Das habe ich deutlich gesagt“, erklärte Witkoff vor Journalisten, ohne weitere Details zu nennen. Mehrere US-Medien hatten berichtet, Russland liefere dem Iran Standortangaben und Bewegungsdaten von amerikanischen Truppen, Schiffen und Flugzeugen.
Die USA setzen zusammen mit Israel den Krieg gegen den Iran fort, während die regionale und internationale Lage sich weiter zuspitzt. Die Angriffe auf zivile Infrastruktur wie Öllager und Flughäfen unterstreichen die Gefahr einer weiteren Eskalation des Konflikts, der bereits zahlreiche Opfer gefordert hat und die Stabilität im gesamten Nahen Osten bedroht.



