Umfrage: Jeder zweite Deutsche betrachtet USA mittlerweile als Gegner
Jeder zweite Deutsche sieht USA als Gegner

Transatlantische Beziehungen im freien Fall: Jeder zweite Deutsche sieht USA als Gegner

Die transatlantischen Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten haben sich seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump fundamental verändert. Während die USA jahrzehntelang als engster und wichtigster Partner Deutschlands außerhalb Europas galten, hat sich diese Wahrnehmung in der deutschen Bevölkerung dramatisch gewandelt.

Umfrageergebnisse zeigen deutliche Abkühlung

Eine aktuelle repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur liefert alarmierende Zahlen zur heutigen Wahrnehmung der USA in Deutschland. Die Umfrage wurde anlässlich der heute beginnenden Münchner Sicherheitskonferenz durchgeführt und zeigt:

  • 49 Prozent der Befragten nehmen die USA eher als Gegner wahr
  • Nur 16 Prozent betrachten die Vereinigten Staaten überwiegend als Partner
  • 29 Prozent antworteten mit „weder noch“
  • 6 Prozent machten keine Angaben

Diese Zahlen markieren einen historischen Tiefpunkt in der deutsch-amerikanischen Wahrnehmung und stehen in starkem Kontrast zu früheren Jahrzehnten der Partnerschaft.

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Vergleich mit anderen Nationen

Die YouGov-Umfrage ermöglicht einen interessanten Vergleich mit der Wahrnehmung anderer wichtiger Nationen:

Frankreich wird von der deutschen Bevölkerung deutlich positiver bewertet:

  • 72 Prozent sehen Frankreich eher als Partner
  • Nur 4 Prozent betrachten den Nachbarn als Gegner

China wird ähnlich kritisch wie die USA beurteilt:

  • 15 Prozent sehen das streng autoritär geführte Land als Partner
  • 38 Prozent betrachten China eher als Gegner

Russland erhält die negativste Bewertung:

  • Nur 5 Prozent der 2042 Befragten nehmen Russland unter Präsident Wladimir Putin als Partner wahr
  • 76 Prozent sehen das Land eher als Gegner

Münchner Sicherheitskonferenz im Zeichen der Krise

Die erodierenden transatlantischen Beziehungen werden ein Hauptthema der heute beginnenden Münchner Sicherheitskonferenz sein. Bundeskanzler Friedrich Merz wird das weltweit wichtigste Expertentreffen zur Sicherheitspolitik eröffnen, an dem auch US-Außenminister Marco Rubio teilnimmt.

Insgesamt werden mehr als 60 Staats- und Regierungschefs sowie rund 100 Außen- und Verteidigungsminister in München erwartet. Die Konferenz findet vor dem Hintergrund einer tiefgreifenden Vertrauenskrise zwischen den traditionellen Verbündeten statt, die durch handelspolitische Konflikte, unterschiedliche außenpolitische Prioritäten und grundlegende Wertefragen belastet wird.

Die YouGov-Umfrage unterstreicht, dass diese diplomatischen Spannungen in der deutschen Bevölkerung deutlich wahrgenommen werden und zu einer fundamentalen Neuorientierung in der Bewertung der deutsch-amerikanischen Beziehungen geführt haben.

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