Eskalation im Nahen Osten: Kardinal aus Teheran nach Italien ausgeflogen, Israel tötet Priester im Südlibanon
Die Spannungen im Nahen Osten haben sich weiter verschärft, nachdem ein israelischer Kampfjetangriff im Südlibanon den Tod eines libanesischen Priesters verursachte. Gleichzeitig wurde der katholische Kardinal von Teheran nach Italien evakuiert, um ihn vor den Kriegshandlungen in Sicherheit zu bringen.
Evakuierung des Kardinals und Kontaktabbruch
Kardinal Dominique Mathieu, der Erzbischof von Teheran-Isfahan, hat sich mit einer Ausreise nach Rom vor den anhaltenden Konflikten geschützt. Der 62-jährige Belgier, der 2021 von Papst Franziskus ernannt und 2024 zum Kardinal erhoben wurde, wurde zusammen mit dem Personal der italienischen Botschaft ausgeflogen. Seit Beginn der US-amerikanischen und israelischen Luftangriffe bis Donnerstag war der Kontakt zu dem Oberhirten von etwa 1.300 Katholiken im Iran abgerissen.
Der Kardinal, der dem franziskanischen Minoritenorden angehört, ist zugleich der einzige Priester seiner Ortskirche. In der islamischen Republik leben laut Schätzungen rund 20.000 Christen, darunter 3.500 Katholiken, die sich auf orientalische Kirchen und die lateinische Kirche verteilen.
Tödlicher Angriff auf Priester im Libanon
Papst Leo XIV. hat angesichts der Bombardierungen der vergangenen Tage im Nahen Osten sein tiefes Mitgefühl für die Opfer ausgedrückt. Das Oberhaupt von weltweit etwa 1,4 Milliarden Katholiken denkt an die vielen Unschuldigen, darunter zahlreiche Kinder, sowie an diejenigen, die Hilfe geleistet haben. In einer Mitteilung des Heiligen Stuhls bei Telegram wird besonders der libanesische Priester Pierre al-Rai erwähnt, der nach Angaben aus dem Libanon bei einem israelischen Militärangriff auf das christliche Dorf Klajaa im Süden des Landes getötet wurde.
Der Bürgermeister des Ortes, Hana Daher, berichtete der Deutschen Presse-Agentur, dass zunächst ein Haus im Ort getroffen worden sei. "Wir eilten mit dem Priester zu dem Mann und der Frau im Haus", sagte er. Daraufhin sei das Haus erneut angegriffen worden, wobei der Priester ums Leben kam. Die israelische Armee gab an, eine "Hisbollah-Terrorzelle" in dem Gebiet entdeckt zu haben, die von einem Kampfjet angegriffen wurde.
Multikonfessioneller Libanon und päpstlicher Friedensappell
Der Libanon ist ein multikonfessioneller Staat, dessen Bevölkerung sich aus sunnitischen und schiitischen Muslimen sowie vielen Christen unterschiedlicher Denominationen zusammensetzt. Erst im Dezember reiste Papst Leo für seine erste Auslandsreise als Papst in den Libanon, wo er verschiedene christliche Orte und Stätten besuchte. In dem von Krieg und Krisen gebeutelten Land rief er mehrfach nachdrücklich zum Frieden auf.
Die jüngsten Ereignisse unterstreichen die anhaltende Instabilität in der Region und die humanitären Auswirkungen des Konflikts. Papst Leo betet dafür, dass die Feindseligkeiten so bald wie möglich ein Ende finden, während die internationale Gemeinschaft die Entwicklungen mit Sorge verfolgt.



