Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un erhält erneute Amtsbestätigung
In einer hochgradig choreografierten Zeremonie hat das nordkoreanische Parlament Machthaber Kim Jong Un erneut zum Präsidenten für Staatsangelegenheiten ernannt. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA verkündete am Montag, dass Kims Wiederwahl in das "höchste Amt" den "einstimmigen Willen und Wunsch des gesamten koreanischen Volkes" widerspiegele. Veröffentlichte Fotos zeigen den Diktator in einem dunklen Anzug, flankiert von Spitzenfunktionären und vor monumentalen Statuen seiner Vorfahren Kim Jong Il und Kim Il Sung sitzend.
Wahl mit vorherbestimmtem Ausgang
Internationale Beobachter bewerten die Wahl als rein symbolischen Akt zur Schaffung demokratischer Legitimität. "Die Wahl war ein hochgradig durchchoreografiertes Ereignis mit einem im Voraus feststehenden Ergebnis", analysiert Lee Ho Ryung vom Korea Institute for Defense Analyses. Die Führung in Pjöngjang inszeniere solche Veranstaltungen bewusst, "um ein Verfahren vorzuführen und damit politische Legitimität zu erlangen". Die Expertin fügt kritisch hinzu: "Aber niemand glaubt, dass ein anderes Ergebnis dabei herauskommen könnte."
Statistische Auffälligkeiten bei der Abstimmung
Bereits eine Woche zuvor war die Oberste Volksversammlung Nordkoreas neu gewählt worden. Nordkoreaner ab 17 Jahren hatten dabei die Möglichkeit, die von der herrschenden Arbeiterpartei vorgelegten Kandidaten zu bestätigen oder abzulehnen. Laut offiziellen Angaben der KCNA erhielten die Kandidaten 99,93 Prozent Ja-Stimmen bei lediglich 0,07 Prozent Nein-Stimmen. Besonders bemerkenswert ist die gemeldete Wahlbeteiligung von 99,99 Prozent – ein Wert, der in demokratischen Staaten praktisch unmöglich erreicht wird.
Wiederaufnahme des Flugverkehrs mit China
Parallel zu den politischen Entwicklungen kündigte die chinesische Fluggesellschaft Air China die Wiederaufnahme von Direktflügen zwischen Peking und Pjöngjang an. Ab dem 30. März soll wöchentlich eine Maschine vom Flughafen Peking-Hauptstadt in Richtung der nordkoreanischen Hauptstadt starten. Economy-Class-Tickets werden mit Preisen zwischen 2340 und 2930 Yuan (etwa 296 bis 370 Euro) angegeben. Chinesische Reiseunternehmen haben bereits begonnen, entsprechende Tourismusangebote in Onlinenetzwerken zu bewerben, obwohl eine offizielle Bestätigung zur Wiederaufnahme des Tourismusverkehrs noch aussteht.
Der Flugverkehr zwischen den beiden Ländern war 2020 aufgrund der Coronapandemie eingestellt worden. Bereits 2023 hatte die nordkoreanische Airline Air Koryo den Betrieb zwischen Peking und Pjöngjang wieder aufgenommen. Vor zwei Wochen verkehrten zudem erstmals seit sechs Jahren wieder Passagierzüge zwischen China und Nordkorea. China bleibt Nordkoreas wichtigster Handelspartner und bietet dem international isolierten Land weiterhin diplomatische und politische Unterstützung – trotz der zahlreichen internationalen Sanktionen, die aufgrund des nordkoreanischen Atomprogramms verhängt wurden.



