Merz will mit Geheimbrief und Geschenk Beziehung zu Trump kitten
Merz will mit Geheimbrief Trump-Beziehung kitten

Merz reist zum G7-Gipfel – Beziehung zu Trump angespannt

Berlin – Am Montagnachmittag bricht Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zum G7-Gipfel nach Evian-les-Bains auf. In der französischen Stadt am Genfer See trifft er erstmals wieder auf US-Präsident Donald Trump, nachdem er ihn mit Äußerungen über den Iran-Krieg verärgert hatte. Merz hatte Ende April gesagt, die USA seien von Iran „gedemütigt“ worden. Trump reagierte scharf und forderte Merz auf, sich um „sein kaputtes Land“ zu kümmern. Das gute Verhältnis, an dem Merz lange gearbeitet hatte, schien schwer beschädigt.

Akribische Vorbereitung auf Trump

Merz hatte mit zwei sorgfältig vorbereiteten Washington-Reisen versucht, sich bei Trump beliebt zu machen. Er wollte Trumps erster Ansprechpartner in Europa sein und hatte 2020 gesagt: „Trump und ich, wir kämen schon klar.“ Nach dem Eklat spielte Merz den Konflikt in einer Fraktionsklausur herunter. Sein Verhältnis zu Trump sei so gut, dass ein kritisches Statement keinen Schaden verursache. Doch tatsächlich verfolgt Merz seitdem eine Strategie der behutsamen Wiederannäherung.

Geheimbrief zum 80. Geburtstag

Zu Trumps 80. Geburtstag am Sonntag schrieb Merz einen persönlichen Brief. Kein Telegramm, sondern handschriftlich und per Lufthansa-Kurier nach Washington geschickt. Ein Mitarbeiter der deutschen Botschaft übergab das Schreiben am Weißen Haus. Der Inhalt sollte nicht veröffentlicht werden. Am Montag will Merz Trump beim Gipfel ein Überraschungsgeschenk überreichen.

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Politologe: Machtasymmetrie bleibt

Politologe Benjamin Höhne sieht die Bemühungen kritisch: „Trump zu umgarnen, ist nie verkehrt, aber an der Machtasymmetrie ändert sich nichts.“ Deutschland müsse in der transatlantischen Partnerschaft weiter kleine Brötchen backen. Merz hatte Mitte Mai erstmals wieder mit Trump telefoniert. Trump will beim Gipfel über das weitere Vorgehen im Nahen Osten sprechen, möglicherweise über ein Rahmenabkommen zur Straße von Hormus.

Deutsche Minenjagdboote als Angebot

Dabei könnte es um eine Beteiligung deutscher Minenjagdboote bei der Räumung der Straße von Hormus gehen. Die Meerenge, wichtig für den globalen Öl- und Flüssiggas-Handel, wurde nach dem Kriegsbeginn der USA und Israel gegen Iran Ende Februar von den Mullahs blockiert. Deutschland kann den USA hier etwas bieten – gute Voraussetzungen für eine Versöhnung.

Hoffnung auf Waffenruhe

Unions-Außenpolitiker Jürgen Hardt (CDU) sagte, der Kanzler habe klargestellt, dass Deutschland nicht zurückstehen werde, einen Frieden zu unterstützen. Er hoffe, dass der Gipfel von Kooperation geprägt sei. Ein falsches Signal nach Teheran, Moskau und Peking müsse vermieden werden. Dafür sei eine Waffenruhe mit Iran nötig. Trump hatte angekündigt, noch am Sonntag einen Deal zu unterschreiben, der die Straße von Hormus öffnen und die Frage der Atomwaffen verschieben soll. Doch das Iran-Regime schien Trump dieses Geburtstagsgeschenk nicht machen zu wollen.

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