Ungewöhnliche Dreierkonferenz: Elon Musk bei Trump-Modi-Telefonat über Irankrieg dabei
Es war ein höchst ungewöhnlicher diplomatischer Vorgang: Bei einem politischen Spitzengespräch zwischen dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump und dem indischen Premierminister Narendra Modi über den Irankrieg schaltete sich überraschend Milliardär Elon Musk in das Telefonat ein. Dies berichtet die New York Times unter Berufung auf zwei namentlich nicht genannte Spitzenbeamte.
Inhalt des Gesprächs: Naher Osten und strategische Meerenge
Das Telefonat am Dienstag soll sich vor allem um die eskalierende Krise im Nahen Osten und die Kontrolle der strategisch wichtigen Straße von Hormus gedreht haben. Die Einstellung des Schiffsverkehrs durch diese entscheidende Meerenge hatte weltweit zu deutlich steigenden Energiepreisen geführt und die internationale Gemeinschaft in Alarmbereitschaft versetzt.
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, kommentierte das Gespräch zwischen den beiden Staatschefs mit den Worten: »Präsident Trump hat ein hervorragendes Verhältnis zu Premierminister Modi, und dies war ein produktives Gespräch.« Die Beteiligung von Elon Musk erwähnte keine der beiden Regierungen in ihren offiziellen Stellungnahmen.
Musk' wirtschaftliche Interessen in Indien
Was der Tesla- und SpaceX-Chef genau zu dem Gespräch beitrug oder ob er überhaupt substantiell sprach, wurde nicht berichtet. Allerdings hat Musk erhebliche wirtschaftliche Interessen in Indien, das er als äußerst lukrativen Zukunftsmarkt für seine Unternehmen betrachtet.
- Sein Elektroautobauer Tesla unterliegt in Indien hohen Zöllen, die den Absatz der Fahrzeuge erheblich beeinträchtigen
- Starlink, Musks Satelliten-Internetdienst, wartet noch auf notwendige Genehmigungen, um überhaupt auf dem indischen Markt aktiv werden zu können
Hinweis auf verbessertes Verhältnis zwischen Trump und Musk
Die Teilnahme des Milliardärs an diesem hochrangigen politischen Telefonat deutet auch darauf hin, dass sich das Verhältnis zwischen Musk und Trump nach ihrem öffentlichen Zerwürfnis im vergangenen Sommer deutlich verbessert hat. Bereits Anfang des Jahres hatte Musk ein Foto gepostet, das ihn mit Trump und dessen Frau Melania beim Abendessen in Mar-a-Lago, dem Anwesen des Präsidenten in Palm Beach, zeigt.
Zu diesem Bild schrieb Musk, sie hätten ein »wunderschönes Abendessen« gehabt und das Jahr 2026 werde »fantastisch«. Der Vorfall ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert, denn es ist äußerst unüblich, dass Privatpersonen ohne offizielles Staatsamt in solche hochrangigen diplomatischen Gespräche einbezogen werden.
Trump hatte in der Vergangenheit bereits mehrmals überraschende Personalentscheidungen getroffen, etwa als er seinen Schwiegersohn Jared Kushner mit sensiblen Verhandlungen im Nahen Osten betraute. Die Teilnahme von Elon Musk an diesem Dreiergespräch setzt diese Tradition unkonventioneller außenpolitischer Methoden fort und unterstreicht den wachsenden Einfluss von Wirtschaftsgrößen auf die internationale Diplomatie.



