Neuer Ober-Mullah im Iran: Ein Nachfolger ohne Legitimation
Mehr als eine Woche nach der Tötung von Irans Oberstem Führer Ali Chamenei bei den ersten Angriffen im israelisch-amerikanischen Krieg gegen den Iran hat die sogenannte Expertenversammlung einen Nachfolger bestimmt: seinen Sohn Modschtaba Chamenei (56). Doch der neue starke Mann des Landes erfüllt nicht einmal die grundlegenden religiösen Voraussetzungen für das höchste Amt der Islamischen Republik.
Ohne religiöse Autorität an der Spitze
Der Mann, der nun offiziell über Krieg, Atomprogramm und die Zukunft des Regimes entscheidet, ist nicht einmal Ajatollah – ein Titel für hochrangige schiitische Geistliche, die als religiöse Autorität über theologische Fragen, Recht und Politik urteilen dürfen. Normalerweise muss der oberste Führer des Iran diesen Rang besitzen, um seine Macht religiös zu legitimieren. Diese fehlende Qualifikation wirft erhebliche Fragen zur Legitimität seiner Führung auf.
Ernennung gegen den Willen des Vaters
Besonders brisant: Ein hochrangiger Insider erklärte, die Ernennung Modschtaba Chameneis erfolgte gegen den ausdrücklichen schriftlichen Willen seines Vaters. „Das widersprach Ajatollah Chameneis Testament“, zitiert das Nahost-Portal „Amwaj.media“. Demnach stehen auch andere einflussreiche Machtfiguren im System der Entscheidung kritisch gegenüber.
Selbst US-Präsident Donald Trump erklärte im POLITICO-Interview, Ali Chamenei habe seinen Sohn für „inkompetent“ gehalten. Nicht nur inkompetent, auch impotent: Chamenei junior unterzog sich Wikileaks zufolge mindestens vier Fruchtbarkeitsbehandlungen in London, bevor seine Frau schwanger wurde.
Ein Mann ohne öffentliches Profil
Über den neuen Ober-Mullah ist erstaunlich wenig bekannt. Bloomberg-Recherchen deckten nun auf:
- Er besitzt zwei Luxuswohnungen in West-London mit direktem Blick auf die israelische Botschaft – erworben 2014 und 2016 über Mittelsmänner
- Zudem kassiert er über einen Strohmann mit einem Frankfurter Luxus-Hotel ab
Obwohl der 56-Jährige hinter den Kulissen seit Jahren einflussreich ist, tritt er kaum öffentlich auf. Interviews gibt er selten, viele Iraner kennen nicht einmal seine Stimme.
Gesundheitszustand und familiäre Tragödie
Ein weiteres Rätsel: sein Gesundheitszustand. Beim Bombenangriff auf das Anwesen seines Vaters am 28. Februar wurden mehrere Familienmitglieder getötet – darunter Mutter, Frau und ein Sohn. Modschtaba Chamenei selbst soll schwer verletzt worden sein, Insider berichten sogar von einem zeitweisen Koma. Wie schwer seine Verletzungen tatsächlich sind, bleibt bis heute unklar.
Übergangslösung statt dauerhafter Führung
Einige Insider vermuten, dass die Hardliner ihn vor allem als Übergangslösung installiert haben, um schnell Kontinuität zu signalisieren, während die Machtspiele hinter den Kulissen weiterlaufen. Laut Amwaj.media diskutierte die Expertenversammlung hinter verschlossenen Türen, ob ein pragmatischer Kandidat oder ein ideologischer Hardliner die Führung übernehmen soll – Chamenei junior galt offenbar als schneller Kompromiss.
Vor allem die Revolutionsgarden sollen ihn massiv unterstützt haben. Ob er dauerhaft an der Spitze bleibt, ist damit alles andere als sicher. Die Ernennung scheint eher ein taktischer Schachzug in den internen Machtkämpfen des iranischen Regimes zu sein als eine langfristige Führungsentscheidung.



