Gavin Newsoms Memoiren: Alkohol, Affäre und der Albtraum Donald Trump
Newsoms Memoiren: Alkohol, Affäre und Trump-Albtraum

Gavin Newsoms Autobiografie: Einblicke in ein bewegtes Leben und politische Feindschaft

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom, der als einer der prominentesten Gegenspieler von Donald Trump gilt und als möglicher Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten für 2028 gehandelt wird, hat im Alter von 58 Jahren seine Autobiografie veröffentlicht. Das Buch mit dem Originaltitel "Young Man in a Hurry" erschien in den USA am Dienstag und in Deutschland am Mittwoch unter dem Titel "Mein Leben für die Demokratie" beim Verlag S. Fischer.

Trumps Wahlsieg als "schlimmster Albtraum"

In seinen mit einem Ghostwriter verfassten Memoiren beschreibt Newsom die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im Jahr 2016 als seinen persönlichen "schlimmsten Albtraum". Er schildert das Entsetzen, das er und seine Frau Jennifer empfanden, als Trump den Sieg über Hillary Clinton errang. Newsom charakterisiert den Ausdruck in Trumps Gesicht nach dem Wahlsieg als den eines Mannes, "der nicht glauben kann, dass der Betrug, den er am amerikanischen Volk verübt hat, tatsächlich erfolgreich gewesen ist".

Zwischen Faszination und Verachtung: Die erste Begegnung mit Trump

Eine besonders aufschlussreiche Passage widmet Newsom seiner ersten persönlichen Begegnung mit Donald Trump im November 2018, kurz nach seiner eigenen Wahl zum Gouverneur Kaliforniens. Trump informierte sich damals in Nordkalifornien über die Folgen verheerender Waldbrände mit Dutzenden Toten. Newsom gesteht in seinen Memoiren, dass er während des gemeinsamen Fluges mit Trump in gewisser Weise fasziniert von seinem politischen Widersacher gewesen sei. "In Trumps Gegenwart ging es mir nicht anders als jedem anderen. Das heißt, ich war nicht unbeeindruckt von der Macht seines Amtes oder von seiner Eloquenz, wenn es um Bullshit und Schmeicheleien ging", schreibt der Demokrat.

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Dennoch betont Newsom seine fundamentale Ablehnung von Trumps Politikstil. Für den ehemaligen Reality-TV-Star und Immobilienmogul zählten weder Fakten noch Menschen und ihre Gefühle, führt der Gouverneur aus. Trump sei "vor allem das Äußere wichtig, (...) die Bühne, die Kulisse".

Persönliche Herausforderungen: Alkohol, Scheidung und eine kurze Affäre

Neben der politischen Auseinandersetzung mit Trump gewährt Newsom in seiner Autobiografie intime Einblicke in sein Privatleben und beschreibt seinen Weg ins Gouverneursamt als hindernisreich. Er thematisiert offen seine Lesestörung, seine Alkoholprobleme und sein wechselhaftes Beziehungsleben. "Kein Leben verläuft geradlinig", kommentierte der Politiker sein Buch in einem Instagram-Video. "Bei mir ist das nicht anders."

Newsom schreibt über seine erste Ehe, die nach vier Jahren endete, und gesteht eine Affäre ein, die er nach seiner Scheidung hatte – mit einer Mitarbeiterin, die mit seinem Vize-Stabschef verheiratet war. Der Gouverneur bezeichnet diese Beziehung als "die dümmste und auch kürzeste Affäre". Seine Memoiren widmete er seiner zweiten Ehefrau, Jennifer Siebel, und den vier gemeinsamen Kindern.

Kritik am privilegierten Hintergrund

Kritikerinnen und Kritiker werfen Newsom vor, sein privilegiertes Aufwachsen in den Memoiren kleinzureden. Sein Vater William Newsom war ein einflussreicher Jurist mit engen beruflichen und privaten Kontakten zum damaligen Ölkonzern Getty. Newsoms Eltern ließen sich scheiden, als er noch klein war, und seine Mutter starb im Alter von nur 55 Jahren.

Gavin Newsom, der einst Bürgermeister von San Francisco war und seit 2019 als Gouverneur von Kalifornien amtiert, gilt als einer der lautstärksten Gegenspieler Trumps im Lager der Demokratischen Partei. Seine Autobiografie erscheint zu einem Zeitpunkt, da die Spekulationen über eine mögliche Präsidentschaftskandidatur 2028 immer lauter werden.

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