Nordkorea demonstriert neue atomare Raketenfähigkeiten
Nordkorea hat nach Angaben staatlicher Medien ein neuartiges Mehrfachraketenwerfersystem getestet, das für den Einsatz taktischer Atomwaffen ausgelegt ist. Der Test fand am Samstag unter der persönlichen Aufsicht von Machthaber Kim Jong Un statt, der von seiner Tochter Ju Ae begleitet wurde. Laut der offiziellen Nachrichtenagentur KCNA waren zwölf hochpräzise Raketenwerfer vom Kaliber 600 Millimeter sowie zwei Artilleriekompanien an der Übung beteiligt.
Reichweite und Ziele der Raketentests
Die Raketen schlugen auf einer Insel im Ostmeer ein, die mehr als 360 Kilometer vom Abschussort entfernt liegt. Kim Jong Un kommentierte die Übung mit den Worten, sie solle den Gegnern Pjöngjangs innerhalb der 420-Kilometer-Reichweite ein Gefühl der Unruhe vermitteln und ein tiefes Verständnis für die Zerstörungskraft taktischer Atomwaffen schaffen. Er bezeichnete das Raketensystem als sehr tödliche und zugleich attraktive Waffe, die erst im Februar vor dem neunten Parteitag der Regierungspartei präsentiert worden war.
Internationale Reaktionen und politischer Kontext
Südkorea registrierte die Raketenstarts in Richtung Ostmeer und verurteilte sie scharf als Provokation, die gegen Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen verstößt. Das Präsidialamt in Seoul forderte Nordkorea nachdrücklich auf, solche Handlungen unverzüglich einzustellen. Die Spannungen verschärfen sich, da Südkorea seit Montag seine jährlichen Militärübungen mit den USA abhält, auf die Pjöngjang bereits mit Drohungen reagiert hatte.
Interessanterweise deutete Südkoreas Regierungschef Kim Min-seok nur wenige Stunden vor dem Raketentest ein mögliches baldiges Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kim Jong Un an. Trump äußerte sich positiv über ein solches Treffen, das im Rahmen einer geplanten China-Reise Ende März stattfinden könnte. Diese diplomatischen Andeutungen stehen im starken Kontrast zu der militärischen Demonstration Nordkoreas.
Bedeutung der Tochter Ju Aes Anwesenheit
Die Anwesenheit von Kims Tochter Ju Ae bei dem Raketentest wird von Beobachtern als bedeutsam gewertet, da sie als mutmaßliche Nachfolgerin des Diktators gilt. Von KCNA veröffentlichte Fotos zeigen sie gemeinsam mit ihrem Vater, wie sie die Raketensysteme inspizieren und den Abschuss aus der Ferne beobachten. Dies unterstreicht die dynastische Kontinuität in der nordkoreanischen Führung und die strategische Bedeutung, die dem neuen Waffensystem beigemessen wird.
Insgesamt markiert der Test eine weitere Eskalation in der bereits angespannten Sicherheitslage auf der koreanischen Halbinsel und demonstriert Nordkoreas Entschlossenheit, seine militärischen Fähigkeiten trotz internationaler Sanktionen weiter auszubauen.



