Obama warnt vor täglichen Angriffen auf US-Demokratie bei Jackson-Gedenkfeier
Obama warnt vor Angriffen auf US-Demokratie

Ehemaliger US-Präsident Barack Obama warnt bei Gedenkveranstaltung vor täglichen Bedrohungen der Demokratie

Bei einer bewegenden Gedenkfeier für den verstorbenen Bürgerrechtler Jesse Jackson in Chicago hat der frühere US-Präsident Barack Obama am Freitag eindringlich vor den anhaltenden Gefahren für die demokratischen Institutionen der Vereinigten Staaten gewarnt. In seiner emotionalen Rede beschrieb Obama eine besorgniserregende politische Realität, die sich täglich manifestiere.

„Jeden Tag ein neuer Angriff auf unsere demokratischen Institutionen“

„Jeden Tag wachen wir auf mit einem neuen Angriff auf unsere demokratischen Institutionen, einem weiteren Rückschlag für die Idee der Rechtsstaatlichkeit, einem Verstoß gegen den allgemeinen Anstand“, erklärte Obama vor Hunderten von Trauergästen. Der ehemalige Präsident kritisierte scharf, dass wissenschaftliche Expertise systematisch verunglimpft werde, während gleichzeitig Unwissenheit, Unehrlichkeit, Grausamkeit und Korruption unverhältnismäßige Belohnungen erführen.

Obama betonte weiter: „Jeden Tag wird uns von denen in hohen Ämtern gesagt, wir sollen uns voreinander fürchten und uns gegenseitig angreifen, und dass einige Amerikaner mehr zählen als andere und einige überhaupt nicht.“ Diese Worte trafen auf nachdenkliches Schweigen in der versammelten Menge, die sich eingefunden hatte, um das Vermächtnis Jesse Jacksons zu würdigen.

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Präsidententreffen ohne Donald Trump

Die öffentliche Veranstaltung in Chicago vereinte mehrere bedeutende politische Persönlichkeiten der jüngeren amerikanischen Geschichte. Neben Barack Obama waren auch die früheren Präsidenten Joe Biden und Bill Clinton sowie die ehemalige Vizepräsidentin Kamala Harris anwesend. Alle Redner riefen die Anwesenden dazu auf, den lebenslangen Kampf Jesse Jacksons für Gleichheit, soziale Gerechtigkeit und Bürgerrechte entschlossen fortzusetzen.

Der amtierende US-Präsident Donald Trump nahm der Veranstaltung nicht teil. Ein Vertreter des Weißen Hauses begründete die Abwesenheit mit terminlichen Verpflichtungen. Auf Nachfrage zu Obamas kritischen Äußerungen reagierte das Weiße Haus jedoch mit scharfer Gegenkritik. Der Sprecher Steven Cheung erklärte: „Er ist eine totale Schande bei dem Schaden, den er diesem Land zugefügt hat, und die Geschichte wird nicht gut über ihn urteilen.“

Würdigung des Vermächtnisses Jesse Jacksons

Jesse Jackson, der im vergangenen Monat im Alter von 84 Jahren verstorben war, hatte sich jahrzehntelang unermüdlich für das Wahlrecht, die Aufhebung der Rassentrennung und die Rechte marginalisierter Bevölkerungsgruppen eingesetzt. Seine Vision einer „Regenbogenkoalition“, die verschiedene benachteiligte Gemeinschaften vereinen sollte, inspirierte Millionen von Amerikanern.

Die New York Times würdigte Jackson in ihrem Nachruf als die einflussreichste schwarze Persönlichkeit der USA „in den Jahren zwischen Martin Luther King und der Wahl von Barack Obama“. Die Gedenkfeier in Chicago wurde somit nicht nur zu einer Hommage an Jacksons Lebenswerk, sondern auch zu einem bedeutenden Moment der Reflexion über den aktuellen Zustand der amerikanischen Demokratie und die fortwährende Relevanz von Jacksons Kampf für Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit.

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