Der iranische Oppositionspolitiker Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs, hat Deutschland und die europäischen Regierungen zu mehr Entschlossenheit im Umgang mit dem Iran aufgerufen. Zugleich warnte er davor, eine Politik der Beschwichtigung gegenüber dem Herrschaftssystem in Teheran fortzusetzen.
Europa in der Verantwortung
„Meiner Ansicht nach hat Europa eine wichtige, sehr wichtige Rolle. Ich denke aber, Europa untergräbt selbst, was es tun könnte“, sagte Pahlavi der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Der im US-Exil lebende 65-Jährige hat sich selbst als Übergangsführer für eine mögliche Nachkriegsordnung im Iran ins Spiel gebracht. Innerhalb der iranischen Opposition bleibt seine Personalie jedoch hochumstritten.
Kritik an bisheriger Strategie
„Ich erwarte von westlichen Regierungen, die deutsche Regierung eingeschlossen, die Herangehensweise von mehr als vier Jahrzehnten zu beenden. Das war ein Versuch der Beschwichtigung in Erwartung von Verhaltensänderungen des Regimes. Das hat in all den Jahren zu nichts geführt“, betonte Pahlavi. Die Führung in Teheran werde niemals befriedigende Lösungen für die von ihr im In- und Ausland verursachte Instabilität und Krisen anbieten. Es gebe keine diplomatische Lösung mit den Machthabern im Iran, die Bedrohungen, die sich auch gegen Europa richteten, ausräumen könne.
Pahlavi rief die europäischen Regierungen auf, ihre Strategie grundlegend zu überdenken und sich stärker für einen politischen Wandel im Iran einzusetzen. Nur so könne langfristig Stabilität in der Region erreicht werden.



