Ukrainische Berechnungen: So finanziert Trumps Iran-Krieg Putins Macht
Eine wirtschaftswissenschaftliche Untersuchung aus der Ukraine kommt zu einem alarmierenden Ergebnis: Der militärische Konflikt zwischen den USA und dem Iran beschert dem russischen Präsidenten Wladimir Putin unerwartete Milliardengewinne. Das KSE Institute, ein wirtschaftspolitischer Thinktank der Kyiv School of Economics, hat in einer detaillierten Studie die finanziellen Auswirkungen analysiert.
Explodierende Energiepreise als Profitmaschine
Während im Nahen Osten die militärischen Auseinandersetzungen eskalieren, treiben die Unsicherheiten an den globalen Energiemärkten die Preise für Öl und Gas in bisher ungeahnte Höhen. Die ukrainischen Forscher haben drei mögliche Szenarien für die Ölpreisentwicklung modelliert, die alle eines gemeinsam haben: Sie bedeuten massive Mehreinnahmen für Russland.
Im optimistischen Fall steigt der Ölpreis vorübergehend auf etwa 100 US-Dollar pro Barrel, im mittleren Szenario erreicht er 140 Dollar. Die pessimistischste Prognose sieht sogar zeitweise Preise zwischen 150 und 200 Dollar vor, die selbst zum Jahresende noch bei rund 90 Dollar verharren würden.
Milliardenschwere Kriegsdividende für den Kreml
Die Berechnungen des KSE Institutes offenbaren erschreckende Dimensionen: Je länger der Iran-Konflikt andauert, desto üppiger fällt die finanzielle Kriegsbeute für Moskau aus. Bei einer Kriegsdauer von sechs Wochen prognostizieren die Ökonomen zusätzliche Exporterlöse von 84 Milliarden Dollar und Mehreinnahmen im Staatshaushalt von 45 Milliarden Dollar für das Jahr 2026.
Bei einer Ausweitung der Kampfhandlungen bis Ende Mai steigen diese Zahlen bereits auf 161 Milliarden Dollar zusätzliche Exporterlöse und 97 Milliarden Dollar zusätzliche Haushaltseinnahmen. Im Extremfall eines sechsmonatigen Krieges summieren sich die Mehreinnahmen auf atemberaubende 252 Milliarden Dollar bei den Exporten und 151 Milliarden Dollar im Staatshaushalt.
Drei Gründe für Russlands unerwarteten Profit
Die Studie identifiziert drei Hauptfaktoren, die ausgerechnet Russland zum wirtschaftlichen Gewinner des Konflikts machen:
- Die Unsicherheit rund um die strategisch wichtige Straße von Hormus treibt die Weltmarktpreise für Öl und Gas in die Höhe
- Die Preisabschläge auf russisches Öl schrumpfen aufgrund der Marktverwerfungen deutlich
- Russland kann seine Exportmengen wieder steigern und so von den höheren Preisen profitieren
Geopolitische Warnung vor neuen Fronten
Die Autoren der Studie warnen ausdrücklich vor den politischen Konsequenzen dieser finanziellen Zuwächse. Die zusätzlichen Milliarden würden Moskau nicht nur ermöglichen, den Krieg gegen die Ukraine weiter zu finanzieren, sondern könnten laut der Untersuchung auch die finanziellen Mittel für die Eröffnung „neuer Fronten in Europa“ bereitstellen – sei es durch hybride Kriegsführung oder konventionelle militärische Mittel.
Zudem argumentieren die ukrainischen Wirtschaftsexperten, dass ein auf den Nahen Osten fokussiertes Washington Russland zusätzlichen geopolitischen Spielraum verschaffe. Diese gefährliche Kombination aus finanziellen Ressourcen und strategischen Freiräumen könnte die europäische Sicherheitsarchitektur nachhaltig destabilisieren.



