Russland schickt Frauen ohne Kinderwunsch zur psychologischen Beratung
In Russland verschärft sich der staatliche Druck auf Frauen, die keine Kinder bekommen möchten. Nach neuen Richtlinien des Gesundheitsministeriums sollen Ärzte bei Untersuchungen zur reproduktiven Gesundheit explizit nach dem Kinderwunsch fragen. Antworten Frauen mit null gewünschten Kindern, wird eine psychologische Beratung empfohlen – mit dem Ziel, eine positive Einstellung zur Mutterschaft zu entwickeln.
Putins Bevölkerungspolitik wird immer drastischer
Hinter dieser Maßnahme steht die demografische Krise in Russland. Die Geburtenrate liegt bei nur 1,4 Kindern pro Frau – ein historischer Tiefstand. Für eine stabile Bevölkerungsentwicklung wären 2,1 Kinder pro Frau notwendig. Präsident Wladimir Putin (72) treibt seit Jahren eine pronatalistische Politik voran, die jetzt neue Dimensionen erreicht.
Die offizielle Empfehlung wird in Putins Russland praktisch als Befehl verstanden, wo der Despot seit 26 Jahren regiert. Während Frauen ohne Kinderwunsch zur psychologischen Beratung geschickt werden sollen, haben Männer mit derselben Einstellung keinerlei Konsequenzen zu befürchten.
Kanonenfutter für den Ukraine-Krieg
Experten sehen in der neuen Maßnahme nicht nur demografische, sondern auch militärische Gründe. „Putin braucht dringend neuen Nachwuchs – vor allem Kanonenfutter für seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine“, analysieren Beobachter. Hunderttausende russische Männer hat der Kreml bereits in dem Konflikt verheizt.
Die Verschärfung ist Teil einer ganzen Reihe von Maßnahmen zur Steigerung der Geburtenrate:
- Verschärfung der Abtreibungsgesetze
- Strafbarkeit von Werbung für Kinderlosigkeit
- Prämien für schwangere Studentinnen und Schülerinnen
Seit dem 1. März erhalten schwangere Studentinnen 100.000 Rubel (etwa 1080 Euro), wenn sie ihr Kind gebären, wie die „Nowaja Gazeta“ berichtet.
Systematische Einschränkung weiblicher Autonomie
Die neuen Richtlinien markieren einen weiteren Schritt in der systematischen Bevormundung russischer Frauen. Eine freie Lebensplanung ist unter Putins Regime schon lange nicht mehr möglich. Der Kreml-Chef fordert „gemeinsame Anstrengungen“, um sicherzustellen, dass junge Menschen „aufrichtig danach streben, die Freude der Mutterschaft zu finden“.
Die Maßnahmen zeigen, wie sehr der russische Staat in die intimsten Lebensentscheidungen seiner Bürgerinnen eingreift. Während die offizielle Begründung demografische Probleme anführt, erkennen Kritiker dahinter ein autoritäres System, das individuelle Freiheiten systematisch einschränkt.



