Putins Krieg begann nicht 2022: Der lange Angriff auf die Ukraine seit 2014
Putins Krieg begann nicht 2022: Angriff seit 2014

Putins Krieg gegen die Ukraine: Der lange Beginn ab 2014

Chefredakteur Christoph Reisinger analysiert die wahren Ziele Wladimir Putins im Ukraine-Konflikt. Ein Blick auf die historische Entwicklung zeigt, dass die weit verbreitete Darstellung eines Kriegsbeginns 2022 fundamental falsch ist.

Der verkannte Kriegsbeginn: Februar 2014 als Startpunkt

Es mag noch so oft wiederholt werden – und bleibt doch eine historische Fehleinschätzung. Der Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine datiert nicht auf vor vier Jahren, sondern bereits auf den Februar 2014. Acht lange Jahre später weitete der Kreml seinen Überfall lediglich auf das gesamte Nachbarland aus. Dieser Unterschied in der zeitlichen Einordnung ist von entscheidender Bedeutung für das Verständnis der aktuellen Konfliktdynamik.

Hybride Kriegsführung: Die perfiden Methoden Moskaus

Bereits mit Beginn des Angriffs 2014 wurden zahlreiche Mittel der von russischen Streitkräften perfektionierten hybriden Kriegsführung sichtbar. Dazu gehörten systematisch:

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  • Die gezielte Destabilisierung des Gegners durch Falschinformation und Propaganda
  • Das beharrliche Behaupten einer angeblichen Unterdrückung von Russen im angegriffenen Land
  • Die Gründung von prorussischen Unterstützer-Milizen auf ukrainischem Territorium
  • Der Einsatz eigener, völkerrechtswidrig nicht gekennzeichneter Spezialkräfte

Westliches Versagen: Feiges Wegesehen und Leisetreterei

Die Reaktion des Westens auf diese frühen Aggressionen? Sie war geprägt von feigem Wegesehen und beschämender Leisetreterei gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Besonders in Deutschland wurde diese Haltung garniert mit erschreckend weit verbreiteten, abenteuerlichen und geschichtsvergessenen Rechtfertigungen der russischen Landnahme zunächst auf der ukrainischen Halbinsel Krim.

Diese westliche Zurückhaltung erfolgte ungeachtet der Ungeheuerlichkeit, dass sich Europas mit Abstand stärkste Militärmacht daran machte, mit brutaler Gewalt internationale Grenzen zu verändern. Ungeachtet des eklatanten Bruchs gleich mehrerer internationaler Verträge, die Russland selbst eingegangen war und feierlich unterzeichnet hatte.

Die Fortsetzung des skandalösen Desinteresses

In der steten Wiederholung der falschen Behauptung, der Krieg gegen die Ukraine habe erst 2022 begonnen, setzt sich dieses skandalöse Desinteresse am Schicksal der Überfallenen bis heute fort. Die schrecklichen Verbrechen des Konflikts – systematischer Kinderraub, massenhafte Vergewaltigungen, Folterlager, entschädigungslose Enteignungen – werden damit relativiert durch historisierende Argumente über die Krim-Zugehörigkeit in früheren Jahrhunderten.

Putins imperiale Ambitionen: Ein Alptraum für ganz Europa

Wer den Ukraine-Krieg auf diese Weise verkennt, versteht ihn komplett falsch. Dieser Konflikt ist – von Putin selbst und weiteren gewichtigen Stimmen in der russischen Außenpolitik ganz offen benannt – lediglich eine erste Etappe, um Russlands imperiale Ansprüche in Europa wieder durchzusetzen. Genau diese Dimension macht ihn zu einem Alptraum, der weit über die Grenzen der Ukraine hinausreicht und die gesamte europäische Sicherheitsarchitektur bedroht.

Die fortgesetzte Verharmlosung der frühen Aggressionen seit 2014 hat dem Kreml signalisiert, dass Grenzverschiebungen mit militärischer Gewalt in Europa des 21. Jahrhunderts wieder möglich sein könnten. Diese fatale Fehleinschätzung westlicher Politik ermöglichte erst die Eskalation zum Großkrieg, der heute die Ukraine verwüstet und die internationale Ordnung erschüttert.

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