Am 9. Mai feiert Wladimir Putin mit Russland den Sieg über Hitlerdeutschland. Doch der erhoffte Sieg über die Ukraine bleibt aus. Der Kremlherr zieht sich zunehmend in die Vergangenheit zurück, wie ein Leitartikel von Christian Esch aus Kyjiw analysiert.
Die Siegesparade 2025
Die diesjährige Siegesparade auf dem Roten Platz fiel deutlich kleiner aus als in den Vorjahren. Aus Angst vor ukrainischen Angriffen wurde die Militärparade zusammengeschrumpft. Dies zeigt die veränderte Lage: Russland kämpft nicht nur militärisch, sondern auch symbolisch um seine Position.
Putins strategischer Rückzug
Putin verabschiedet sich aus der Gegenwart. Statt die Herausforderungen der Ukraine zu bewältigen, flüchtet er sich in die glorreiche Vergangenheit des Zweiten Weltkriegs. Der Sieg über Hitlerdeutschland dient als Projektionsfläche für eine nationale Identität, die in der aktuellen Krise bröckelt.
Der Krieg in der Ukraine dauert an, und ein Ende ist nicht absehbar. Die russische Führung setzt weiterhin auf militärische Gewalt, während die Wirtschaft leidet und die internationale Isolation wächst. Die Siegesparade ist ein letztes Aufbäumen einer Macht, die ihre Zukunft in der Vergangenheit sucht.
Die Ukraine hingegen zeigt sich widerstandsfähig. Trotz der anhaltenden Angriffe hält das Land an seinem Kurs fest. Der Sieg über die Ukraine bleibt für Putin ein unerreichtes Ziel – ein Symbol für das Scheitern seiner imperialen Ambitionen.
Die Feierlichkeiten am 9. Mai sind daher mehr als nur eine traditionelle Gedenkveranstaltung. Sie sind ein Ausdruck der Verzweiflung und des Rückzugs in eine Welt, die nicht mehr existiert. Putin verabschiedet sich aus der Gegenwart – und die Zukunft Russlands bleibt ungewiss.



