Rentnerpaar widerspricht russischer Darstellung zu Warnschüssen im Ärmelkanal
Rentnerpaar widerspricht Moskau zu Warnschüssen

Zwischenfall auf See: Rentnerpaar widerspricht russischer Darstellung

Ein Vorfall im Ärmelkanal sorgt weiterhin für Diskussionen. Eine russische Fregatte hatte Warnschüsse auf eine britische Segeljacht abgefeuert. Nun meldet sich die Besatzung des kleineren Schiffs zu Wort und widerspricht der Darstellung Moskaus.

Das britische Rentnerpaar, das die Jacht steuerte, erklärte, sie hätten sofort auf die Warnungen per Schiffshorn reagiert, als sie sich dem Kriegsschiff auf etwa 500 Meter näherten. Die Warnungen seien in kurzer Abfolge erfolgt, unmittelbar gefolgt von Schüssen aus Handfeuerwaffen, sagte Skipperin Jane Kelvey der BBC. Die 68-Jährige bezeichnete die Schüsse als „vollkommen unnötig“ und fügte hinzu: „Es ist einfach nicht wahr, sie machen uns verantwortlich, aber in unseren Augen haben wir nichts falsch gemacht.“

Russische Darstellung: Jacht habe nicht reagiert

Aus Moskau hatte es geheißen, die Jacht habe auf mehrere Kontaktversuche nicht reagiert und die Distanz immer weiter verringert. Bei einer Entfernung von 150 Metern habe der Kapitän der Fregatte den Befehl zum Eröffnen der Warnschüsse gegeben. Das russische Verteidigungsministerium betonte: „Die Besatzung der Fregatte 'Admiral Grigorowitsch' hat in strenger Übereinkunft mit den international geltenden Schifffahrtsregeln gehandelt und alles getan, um den Vorfall zu verhindern.“

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Das britische Außenministerium wies Spekulationen zurück, es könne sich um eine Vergeltungsaktion für das Stoppen des Öltankers „Smyrtos“ handeln, der Russlands Schattenflotte zugerechnet wird. Die britische Marine hatte das Schiff vor einigen Tagen aufgebracht. Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums sagte, die Schüsse seien nicht auf die Jacht gerichtet gewesen, sondern der Versuch, einen möglichen Zusammenstoß zu verhindern. Man gehe von einem Einzelfall aus, der nicht mit dem Aufbringen der „Smyrtos“ in Verbindung stehe.

Britische Medien spekulieren dennoch über eine kalkulierte Provokation Moskaus. Experten zufolge soll die Präsenz russischer Kriegsschiffe von einem Vorgehen gegen die Schattenflotte abschrecken.

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