Russlands Zentralbank verklagt EU wegen dauerhafter Vermögenssperre
Die russische Zentralbank hat rechtliche Schritte gegen die Europäische Union eingeleitet und klagt wegen der dauerhaften Festsetzung russischen Vermögens. Das Geldinstitut mit Sitz in Moskau argumentiert in einer offiziellen Mitteilung, dass die EU mit dieser Maßnahme gegen ihre eigenen Regularien und Grundsätze verstoßen habe.
Hintergrund der Vermögenssperre
Die Europäische Union hatte bereits im Dezember beschlossen, eine Rückübertragung von in der EU festgesetzten Mitteln nach Russland unbefristet zu verbieten. Dieser bedeutende Schritt erfolgte als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine und betrifft nach aktuellen EU-Angaben mehr als 200 Milliarden Euro an russischen Vermögenswerten.
Bei der Abstimmung über diese Maßnahme stimmten 25 der 27 EU-Mitgliedstaaten für das Verbot. Lediglich Ungarn und die Slowakei votierten dagegen, was später zu einem der zentralen Argumente in der russischen Klage werden sollte.
Rechtliche Argumentation der russischen Zentralbank
Das russische Geldinstitut führt in seiner Klage mehrere gewichtige Argumente an:
- Die europäischen Regeln sehen die Unantastbarkeit des Eigentums vor
- Das Prinzip der durch internationale Verträge und EU-Recht garantierten souveränen Immunität von Staaten und ihrer Zentralbanken wurde verletzt
- Es habe formale Verstöße gegeben, da der Beschluss nicht einstimmig gefasst wurde
Die Klage wurde bereits am vergangenen Freitag vor dem Gericht der Europäischen Union eingereicht und markiert damit eine neue Eskalationsstufe im diplomatischen und wirtschaftlichen Konflikt zwischen Russland und der EU.
Reaktion der Europäischen Union
Ein Sprecher der EU-Kommission reagierte auf die Klage mit der klaren Position, dass die Europäische Union von der Rechtmäßigkeit ihrer Maßnahme vollkommen überzeugt sei. Diese Aussage unterstreicht die feste Haltung der EU-Institutionen gegenüber den russischen Vorwürfen und lässt wenig Raum für Kompromisse in dieser grundsätzlichen Frage.
Die dauerhafte Festsetzung des russischen Vermögens stellt einen beispiellosen Schritt in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und Russland dar und hat weitreichende Konsequenzen für beide Seiten. Die nun eingereichte Klage wird voraussichtlich zu einem langwierigen Rechtsstreit führen, der grundsätzliche Fragen des Völkerrechts und der staatlichen Souveränität berührt.



