Bayerns Ministerpräsident Markus Söder beendet seine Instagram-Serie „Söder isst“. Nach jahrelangen Fotos von Bratwürsten, Döner und anderen Speisen will der CSU-Chef künftig auf kulinarische Beiträge verzichten. Grund sei ein Strategiewechsel angesichts der sich verschärfenden wirtschaftlichen und außenpolitischen Lage.
Letztes Food-Foto vor vier Wochen
Gut vier Wochen ist es her, dass Follower von Markus Söder den Politiker auf Instagram mit Essen in der Hand sehen konnten. Bei einem Wahlkampftermin in Gunzenhausen stand der bayerische Ministerpräsident hinter dem Würstchengrill. Wer ihn mit Essen im Mund sehen wollte, musste noch eine Woche weiter zurückblättern – da zeigte sich Söder zuletzt beim Verzehr eines Döners.
Die kulinarische Abstinenz hat ihre Gründe, wie Söder nun im Interview mit dem Münchner Merkur zugab. Der Ministerpräsident habe für seine Social-Media-Auftritte einen Strategiewechsel beschlossen.
„Jeder weiß, was ich gern esse“
„Aktuell verschärft sich die wirtschaftliche und außenpolitische Lage von Woche zu Woche – die Kommunikation muss sich natürlich dieser Lage anpassen“, so Söder. Er wolle bei seinen Auftritten im Internet authentisch bleiben. „Inzwischen weiß aber auch jeder, was ich gern esse. Daher gibt es wirklich andere Themen.“
Kritik aus der eigenen Partei
Söder räumt zugleich ein, dass das Umdenken auch mit Stimmen aus der CSU zu tun hat. Es habe Unmut über seine „Söder isst“-Kampagne gegeben. „Ich nehme Kritik immer an“, sagte er mit Blick auf das Murren in seiner Partei nach den vielen verlorenen kommunalen Stichwahlen im März.
Für die CSU waren die Wahlen Anfang März ihr schwächstes Kommunalwahl-Resultat seit 1952. Die Partei kam zwar als Wahlsieger auf 32,5 Prozent, das waren jedoch 1,9 Prozentpunkte weniger als 2020. Vielerorts konnten sich erstmals Kandidaten der Freien Wähler gegen CSU-Kandidaten durchsetzen.
Von Döner bis vegetarisch
Söder hatte in den vergangenen Jahren seinen Instagram-Kanal immer wieder mit Essensfotos bestückt. Unter dem Schlagwort „söderisst“ teilte er Snacks und ganze Mahlzeiten, meist deftig, manchmal auch vegetarisch. Vor allem Döner und Wurstwaren landeten auf dem Teller oder im Mund. Söder begründete die Bilder mit Volksnähe: So könne er seine Anhängerschaft auch für politische Themen begeistern.
Der CSU-Chef hat auf Instagram 800.000 Follower – mehr als doppelt so viele wie Bundeskanzler Friedrich Merz. Ob die neue Strategie die Fans überzeugen wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Ära der Söder-Essensfotos ist vorerst beendet.



