Siko 2026 in München: Aktivisten protestieren von Kran – Polizei mit Großaufgebot
Von Freitag, dem 13. Februar, bis Sonntag, dem 15. Februar 2026, findet im Münchner Hotel Bayerischer Hof die 62. Sicherheitskonferenz statt. Das internationale Forum für Sicherheits- und Außenpolitik versammelt Spitzenpolitiker und Experten aus aller Welt. Parallel zu den hochrangigen Gesprächen kommt es zu spektakulären Protestaktionen und umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen.
Greenpeace-Aktivisten entrollen Banner von Baukran
In etwa 60 Metern Höhe haben Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace an einem Baukran ein Protestbanner entrollt. Die Aktion fand in unmittelbarer Nähe zur Sicherheitskonferenz statt. Nach Angaben von Greenpeace wollen die Aktivisten auf die europäische Abhängigkeit von Flüssiggaslieferungen aus Russland und den USA aufmerksam machen. Die spektakuläre Aktion unterstreicht die kontroverse Diskussion um Energieversorgung und geopolitische Abhängigkeiten.
Umfrage zeigt veränderte Wahrnehmung der USA
Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur offenbart eine deutliche Veränderung in der deutschen Wahrnehmung der Vereinigten Staaten. Während die USA jahrzehntelang als engster Partner Deutschlands außerhalb Europas galten, sehen heute 49 Prozent der Befragten die USA eher als Gegner. Nur 16 Prozent nehmen sie überwiegend als Partner wahr. Die Umfrage wurde unter 2042 Personen durchgeführt und zeigt eine deutliche Skepsis gegenüber der US-Außenpolitik unter Präsident Donald Trump.
Im Vergleich dazu fällt die Einschätzung Russlands noch eindeutiger aus: Lediglich 5 Prozent der Befragten sehen das von Präsident Wladimir Putin geführte Land als Partner, während 76 Prozent Russland als Gegner wahrnehmen. Diese Zahlen verdeutlichen die komplexen außenpolitischen Herausforderungen, die auf der Sicherheitskonferenz diskutiert werden.
Zahlreiche Demonstrationen und Kundgebungen geplant
Am Samstag finden in München mehrere Demonstrationen rund um die Sicherheitskonferenz statt. Die größte Kundgebung steht unter dem Motto "Menschenrechte und Freiheit im Iran. Internationale Solidarität mit dem iranischen Volk" und findet von 12 bis 17 Uhr auf der Theresienwiese statt. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 100.000 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet und Europa.
Weitere geplante Demonstrationen umfassen:
- Die traditionelle Siko-Demo des Aktionsbündnisses gegen die Nato-Sicherheitskonferenz vom Stachus zum Rathaus (12.30 bis 17 Uhr) mit etwa 4000 Teilnehmern
- Eine Menschenkette durch die Fußgängerzone vom Stachus zum Marienplatz
- Eine Kundgebung des Bündnisses "München steht auf" am Odeonsplatz (12.40 bis 19 Uhr) mit rund 3000 Teilnehmern
- Eine Demonstration "Starkes Europa zusammen mit der Ukraine" am Max-Joseph-Platz (13 bis 17 Uhr) mit etwa 3000 Teilnehmern
- Eine Kundgebung gegen das iranische Regime am Königsplatz mit erwarteten 600 Teilnehmern
Umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen und Verkehrseinschränkungen
Die Münchner Polizei hat umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Rund um den Promenadeplatz wurden zwei Sicherheitsbereiche eingerichtet, die von Freitag 5 Uhr morgens bis Sonntag 15 Uhr gelten. Die innere Zone umfasst den Promenadeplatz mit den Hotels "Bayerischer Hof" und "Rosewood Munich" und ist ausschließlich Konferenzteilnehmern und akkreditierten Personen vorbehalten.
Der zweite Sicherheitsbereich schließt sich an und ist für Anwohner sowie Personen mit berechtigtem Interesse zugänglich. Beide Zonen umfassen die Bereiche Karmeliterstraße, Promenadeplatz, Prannerstraße, Kardinal-Faulhaber-Straße, Hartmannstraße sowie Teile der Pacellistraße, Maffeistraße, Salvatorstraße und des Salvatorplatzes.
Verkehrseinschränkungen im Nahverkehr:
Wegen der Sicherheitskonferenz kommt es zu erheblichen Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr. Der Abschnitt Karlsplatz – Maxmonument ist von Freitag ab etwa 4 Uhr bis Sonntag gegen 16:30 Uhr gesperrt. Die Haltestellen Lenbachplatz, Marienplatz (Theatinerstraße), National-Theater und Kammerspiele werden nicht angefahren.
Die Straßenbahnlinien 19 und N19 werden zwischen Hauptbahnhof Süd und Maxmonument über Sendlinger Tor und Isartor umgeleitet, während die Linie 21 zwischen Hauptbahnhof Nord und Max-Weber-Platz über dieselbe Route geführt wird. Die Polizei empfiehlt allen Besuchern, für Fahrten in die Innenstadt auf U- und S-Bahn-Verbindungen auszuweichen.
Internationale Aufmerksamkeit für US-Außenminister
Mit besonderer Spannung wird der Auftritt von US-Außenminister Marco Rubio auf der Sicherheitskonferenz erwartet. Vor seiner Ankunft in München betonte Rubio die feste Verbindung zwischen den USA und Europa. Seine Rede wird als wichtiger Indikator für die künftige transatlantische Zusammenarbeit gewertet.
Die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 findet unter besonderen sicherheitspolitischen Vorzeichen statt. Während im Bayerischen Hof über globale Sicherheitsfragen diskutiert wird, demonstrieren auf den Straßen Münchens tausende Menschen für verschiedene politische Anliegen. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz, um sowohl die Sicherheit der Konferenzteilnehmer als auch das Demonstrationsrecht der Bürger zu gewährleisten.



