US-Präsident Donald Trump hat Spanien auf dem Nato-Gipfel in Ankara erneut scharf attackiert und drastische Maßnahmen angekündigt. Er habe US-Finanzminister Scott Bessent angewiesen, sämtliche Handelsbeziehungen mit dem südeuropäischen Land einzustellen, sagte Trump am Rande des Gipfeltreffens am Mittwoch. Spanien nannte er einen „schrecklichen Partner“ in der Militärallianz. „Ich will keine Geschäfte mit ihnen machen“, erklärte er bei einem Auftritt an der Seite von Nato-Generalsekretär Mark Rutte.
Trumps Vorwürfe gegen Spanien
Trump warf Spanien vor, in der Nato nichts zuzustimmen, und forderte Rutte auf, das Land nicht länger „mitzuschleppen“. Zu Bessent sagte er: „Ich will keinen Handel mit ihnen treiben, einverstanden?“ Der Finanzminister antwortete: „Ja, Sir.“ Trump fügte hinzu, man solle die Maßnahme sofort umsetzen und gar nicht erst mit den Spaniern sprechen. „Sie sind hoffnungslos. Sie sind schlechte Menschen“, sagte er. Zudem behauptete Trump, Spanien verdiene viel Geld mit den USA, was sich nun ändern werde.
Hintergrund der Spannungen
Trump hatte bereits vor dem Gipfel seine Kritik an Europa erneuert. Bei dem Nato-Treffen der Staats- und Regierungschefs galt es als oberstes Ziel, den US-Präsidenten bei der Stange zu halten. Trump hatte Spanien bereits mehrfach scharf kritisiert, weil die Regierung in Madrid die US-Forderung an die europäischen Nato-Länder nach einer massiven Erhöhung der Militärausgaben zurückgewiesen hatte.
Spaniens gelassene Reaktion
Spanien reagierte gelassen auf die Ankündigung Trumps. Das Büro des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez teilte mit, man behandele diese Äußerungen als Routineangelegenheit. Spanien pflege hervorragende soziale, kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen zu den USA, und es sei nicht die Absicht der Regierung, daran etwas zu ändern. Die bilateralen Beziehungen seien sowohl im Handel als auch in der Verteidigung für beide Länder von Vorteil.
Umsetzung schwierig
Trumps Vorhaben dürfte nicht leicht umzusetzen sein, da Spanien Mitglied der Europäischen Union und des europäischen Binnenmarktes ist. In Handelsfragen haben die Mitgliedsländer ihre Kompetenzen weitgehend an die EU-Kommission in Brüssel abgegeben, die für die Mitgliedsstaaten spricht und verhandelt.



