Trump empfängt Merz als Freund in Krisenzeiten - Gelöste Atmosphäre im Oval Office
Trump empfängt Merz als Freund in Krisenzeiten

Trump empfängt Merz als Freund in Krisenzeiten

Bundeskanzler Friedrich Merz ist in Washington von US-Präsident Donald Trump in herausfordernden Zeiten ausgesprochen freundschaftlich empfangen worden. Bei dem dritten Besuch des deutschen Regierungschefs binnen weniger Monate im Oval Office des Weißen Hauses herrschte eine gelöste Atmosphäre, die deutlich von gegenseitiger Wertschätzung geprägt war.

Freundschaftlicher Empfang im Weißen Haus

Nach einem herzlichen Händedruck kündigte Merz umfassende Gespräche über die Zeit nach dem Iran-Krieg an. „Wir sind uns einig, dass dieses schreckliche Regime in Teheran beseitigt werden muss“, betonte der Kanzler mit Nachdruck. Trump bezeichnete Merz als „sehr erfolgreichen Mann“, der „einen großartigen“ Job mache und zu einem Freund geworden sei. Der Besuch erhielt internationale Aufmerksamkeit, da Merz als erster Staatschef nach den amerikanisch-israelischen Angriffen persönlich bei Trump erschien.

Deutschland erhält Lob - Kritik an anderen Partnern

Während Trump andere europäische Nato-Partner kritisierte, erhielt Deutschland ausdrückliches Lob. „Deutschland war großartig“, sagte der US-Präsident und hob das Verhalten der Bundesrepublik positiv hervor. Im Gegensatz dazu übte Trump scharfe Kritik an Großbritannien und Spanien. Besonders deutlich wurde seine Unzufriedenheit mit der spanischen Regierung, die den USA die Nutzung ihrer Stützpunkte verweigert hatte. „Niemand kann den USA vorschreiben, was sie zu tun oder zu lassen haben“, erklärte Trump und schloss Wirtschaftssanktionen gegen Spanien nicht aus.

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Themenwechsel und historische Vergleiche

Wie bei vielen bedeutenden Terminen zuvor wechselte der US-Präsident während des Gesprächs teils abrupt zwischen verschiedenen Themen. Dabei zog er historische Vergleiche und kritisierte die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel. Mit ihr habe er „Differenzen“ gehabt, sagte Trump und führte aus: „Ich habe gesagt: Sie schaden Ihrem Land mit der Migration und Sie schaden Ihrem Land mit der Energiepolitik.“ Merz hingegen sei in beiden Fragen „ziemlich das Gegenteil“ seiner Vorgängerin und werde von Trump als „ausgezeichneten Anführer“ geschätzt.

Iran-Krieg und Sicherheitsinteressen

Den laufenden Krieg mit dem Iran begründete Trump erneut mit eigenen Sicherheitsinteressen der USA. „Wenn überhaupt, dann habe ich Israel vielleicht unter Druck gesetzt. Aber Israel war bereit, und wir waren bereit“, erklärte der Präsident. Er betonte, bereits während der Verhandlungen mit dem Iran sicher gewesen zu sein, dass Teheran zuerst angreifen würde. „Und ich wollte nicht, dass das passiert“, fügte Trump hinzu.

Merz äußerte die Hoffnung, dass die israelische und amerikanische Armee das Richtige täten, um den Krieg zu beenden und eine neue Regierung einzusetzen, „die Frieden und Freiheit“ zurückbringe. Der Kanzler wies auch auf die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts hin, die durch steigende Benzinpreise „unseren Wirtschaften“ schadeten.

Unklare Zukunftsperspektiven

Auf die Frage nach einer möglichen Folgeregierung im Iran zeigte sich Trump zurückhaltend. „Viele der Leute, die wir im Auge hatten, sind tot“, sagte der US-Präsident. Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, der sich als Übergangsführer ins Spiel gebracht hat, erhielt keine direkte Unterstützung. Trump äußerte stattdessen: „Ich habe gesagt, er macht einen sehr netten Eindruck, aber mir scheint, jemand aus den eigenen Reihen, der gerade beliebt ist – falls es so jemanden überhaupt gibt –, wäre besser.“

Der Besuch von Bundeskanzler Merz unterstrich die Bedeutung der deutsch-amerikanischen Beziehungen in einer Zeit multipler internationaler Krisen und zeigte, dass trotz unterschiedlicher Positionen in einigen Fragen ein konstruktiver Dialog möglich bleibt.

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